Frauenmilch

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Aufkleber auf einer schottischen Fähre: „Stille hier fröhlich“

Frauenmilch nennt man die Milch einer menschlichen Frau. Meist spricht man heute von Muttermilch, dies ist aber nur korrekt, wenn ein Kind die Milch der eigenen Mutter (und nicht etwa diejenige einer Amme) trinkt. Im Prinzip ist natürlich auch die Milch jedes anderen Säugetieres für die Jungen Muttermilch, etwa die Kuhmilch fürs Kalb.

Manche Menschen empfehlen Menschenmilch auch für Erwachsene, das setzt voraus, dass eine Mutter mehr Milch hat, als ihr Baby braucht (was häufig der Fall ist).

Inhaltsstoffe:

Wasser, Proteine (mit Immunoglobulinen), Laktose, Fett, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, Calcium, Magnesium, Eisen.

3-3,5% Fett, 1,2-1,5 Proteine (0,7-1,2% Kasein, 0,4-0,8% Albumin), 6,5-7% Laktose.

Gesundheitswert:

Die Muttermilch ist für das Neugeborene ein vollständiges Nahrungsmittel, sie enthält die genaue Zusammensetzung, die der Säugling braucht (zum Vergleich: Kuhmilch enthält nicht genung Eisen und zu wenig Vitamine für ein Menschenbaby, Ziegenmilch enthält noch weniger Eisen aber ist perfekt für ein Zicklein), sie ändert ihre Zusammensetzung während der Laktation, zu Anfang ist sie Kolostrum.

Der Wassergehalt macht zusätzliche Wasserzufuhr unnötig.

Muttermilch enthält präbiotische Oligosaccharide, die dem Kind bei der Entwicklung einer Darmflora helfen, die vor Infektionskrankheiten schützt.

Sie enthält Antikörper, die gegen viele Krankheiten schützen; diese passen sich an die Umgebung an, so sind es (zumindest tendenziell) diejenigen, die das Baby in derselben Umgebung braucht.

Sie hilft dem Säugling bei der Entwicklung eines gesunden Immunsystems, dafür ist besonders wichtig das Kolostrum in den ersten Tagen (was man auch in der Tierhaltung für jegliches neugeborene Säugetier beachten muss).

Muttermilch reduziert die Kindersterblichkeit.

Sie unterstützt die gute Entwicklung des Gehirnes und der Intelligenz.

Stillen reduziert die Krebsgefahr während der gesamten Kindheit; und bei der Mutter reduziert es das Risiko für Brustkrebs zwei Jahre lang oder länger.

Es gibt auch Statistiken, die nahelegen, dass stillende Frauen ein vermindertes Risiko für Osteoporose haben (obwohl noch zu untersuchen ist, ob das Stillen die Ursache ist oder eine Wirkung einer gemeinsamen Ursache).

Der Stillprozess verstärkt die Beziehung zwischen Mutter und Säugling und verbessert die psychische Situation beider (und dasselbe gilt natürlich für Kälber, Zicklein, Fohlen usw.).

Gemäß gewissen Studien vermindert Muttermilch das Risiko weiterer Krankheiten wie Allergien und Diabetes.

Über den Wert von Frauenmilch für Erwachsene ist bislang wenig bekannt. Zumindest kann man sagen, dass sie die Werte anderer Milch teilt. Es gibt keine Beweise dafür, das Frauenmilch für Erwachsene gesünder ist als Kuh- oder Ziegenmilch (obwohl sie zweifellos gesünder ist als die im Supermarkt verkaufte Milch aus Massentierhaltung).

Frauenmilch in äußerer Anwendung reinigt die Haut und dient gegen Akne, Ekzeme und Warzen.

Für das Zicklein ist die Ziegenmilch die Muttermilch

Zubereitungen:

Die Milch direkt aus der Brust getrunken.

Falls das Baby aus irgendeinem Grund nicht direkt aus der Brust trinken kann (zum Beispiel weil die Mutter stundenlang fort ist und sich die Milch aus der Brust drücken muss), gibt man sie mit einer Trinkfläschchen, die Muttermilch ohne jeglichen Zusatz, bis wenige Stunden nach dem Melken.

Wenn die Mutter nicht genug Milch hat und eine andere stillende Mutter in Reichweite ist, die mehr als genug hat, ist diese die beste Option; eine Alternative wäre Eselsmilch (die heutzutage kaum zur Verfügung steht); Kuh- oder Ziegenmilch kann demgegenüber erst ab sechs Monaten als Teil der Ernährung dienen.

Im Fall, dass ein Erwachsener Frauenmilch zu sich nimmt, lässt sie sich wie jede andere Milch zubereiten.

In Frankreich gibt es die einzige Käserei, die Käse aus Frauenmilch bereitet.

Gegenanzeigen und Warnungen:

Wenn eine Mutter stillt, muss sie ein bestimmtes Ernährungsregime befolgen, Produkte meiden, die durch die Milch dem Kind schaden können, wie Alkohol, gewisse Medikamente, manche bitteren Produkte (wie die Artischocke) oder Produkte, die starke Blähungen erzeugen (wie der Kohl).

Wenn manchmal von Schäden zu hören ist, die die Muttermilch pauschal beim Kind erzeugt, ist klar, dass Industrieinteressen dahinter stecken.

Wenn die Mutter eine Infektionskrankheit hat, ist es sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren, ob eine Gefahr besteht, sie über die Milch zu übertragen.

Wenn die Mutter einer Umgebung mit großen Verschmutzungen ausgesetzt ist, sollte man die Milch untersuchen lassen, ob sie für das Baby geeignet ist, obwohl die Substanzen in den meisten Fällen in der Muttermilch kein bedrohliches Niveau erreichen.

Für Erwachsene hat Muttermilch dieselben Eischränkungen wie jede andere Milch; Personen mit einer Kuhmilchallergie müssen prüfen, ob sie Frauenmilch vertragen.

Namen in anderen Sprachen:

Muttermilch: (en.) breast milk, mother’s milk, (pt.) leite materno, (span.) leche materna, (fr.) lait maternel, (it.) latte materno, (ru.) женское молоко

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