Milch

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Frisch gemolkene Kuhmilch

Um Milch zu bekommen, müssen wir ein weibliches Säugetier melken. Am häufigsten ist es eine Kuh oder eine Ziege, es kann auch eine Stute oder ein Weibchen von Schaf, Büffel, Esel, Kamel oder Yak sein. Theoretisch kann es jedes andere Säugetier sein. Und vergessen wir nicht die Frauenmilch der Menschenfrauen, im Allgemeinen vom Kind mit dem Mund ermolken.

Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum gibt es keine Sojamilch, da Soja kein Säugetier ist. Halt, natürlich gibt es Sojamilch, so wie es Heumilch und Weidemilch gibt: Milch von Tieren, die mit Soja gefüttert wurden.

Möglichst bald nach dem Melken vor jeglichem Gebrauch muss man die Milch filtern. Man kann beim direkten Gebrauch eine Ausnahme machen, falls die gute Qualität der Milch sichergestellt ist (keine ansteckenden Krankheiten, ein sauberes Euter). So gefällt es mir, die Milch direkt aus dem Euter in eine Tasse mit Kaffee zu melken.

Die Milchproduktion ist im Allgemeinen mit Fleischproduktion verbunden. Wer glaubt, dass man Milch produzieren kann, ohne dass Fleisch als Nebenprodukt anfällt, möge es zunächst praktisch zeigen, bevor er aus rein theoretischer Sicht den gemäßigten Fleischkonsum kritisiert.

Bei Zimmertemperatur wird die Milch innerhalb eines Tages sauer und gerinnt. Sowohl die frische als auch die saure Milch sind wertvolle Nahrungsmittel. (Wenn die Milch im Kühlschrank sauer wird, ist sie dagegen nicht so gesund. Und die behandelte Milch aus dem Supermarkt ist in der Regel auch nicht mehr gut, wenn sie sauer ist.)

Frisch gemolkene Ziegenmilch

Wegen des Calciums ist es empfehlenswert, die Milch sauer einzunehmen, da die Säure die Resorption fördert. Auch Rohmilch hilft hierbei.

Es ist schwierig, Rohmilch zu konservieren. Oft wird sie pasteurisiert oder sterilisiert, bisweilen außerdem homogenisiert, so verliert sie viele ihrer physiologischen Werte. Die beste Methode, Milch (von Wiederkäuern) zu konservieren, ist in Form von Käse. Es ist wichtig, Milch lichtgeschützt aufzubewahren.

Wenn wir Tee wegen seiner Gerbstoffe trinken, fügen wir keine Milch hinzu, da sich diese mit den Gerbstoffen verbindet, sodass diese weniger wirksam sind. Wenn wir dagegen Tee oder Kaffee wegen des Koffeins trinken, können wir die Wirkung mit Milch verstärken, da diese durch das Binden der Gerbstoffe das Koffein freisetzt.

Manche Leute behaupten, die Milch würde dem Körper Calcium rauben. Die Idee ist reichlich absurd, dass die weiblichen Säugetiere ein Nahrungsmittel für ihre Säuglinge produzieren, in das sie viel Calcium stecken, das darüber hinaus dem Baby noch Calcium raubt. Wäre es so, wären die Säugetiere in der Evolution sicher nicht so erfolgreich. Die Experimente, mit denen das gezeigt wurde, wurden zweifellos mit toter Milch gemacht, von Städtern, die nie im Leben lebendige Milch mit Enzymen und probiotischen Bakterien getrunken haben.

Eine Ziege melken

Herkunft:

Zum menschlichen Konsum gewinnt man die Milch von Kuh (auch Zebu), Ziege, Schaf, Büffel, Kamel, Stute, Esel, Yak, Ren, selten anderen Tieren. In der Homöopathie verwendet man Hundemilch. Menschenmilch wird meist nur als Muttermilch für die Säuglinge genutzt.

Im Handel ist festgelegt, dass „Milch“ ohne Spezifizierung Kuhmilch ist. Das ist aber in der Selbstversorgung irrelevant. Wir dürfen im Alltag ruhig von „Milch“ sprechen, wenn wir diejenige unserer Ziegen oder Schafe meinen.

Inhaltsstoffe:

Die Zusammensetzung der Milch variiert je nach Art, Rasse, Ernährung und Phase der Laktation.

Gesundheitswert:

Milch ist sehr nahrhaft, sie enthält die meisten lebensnotwendigen Nährstoffe (aber Kuh- und Ziegenmilch ist arm an Eisen).

Frischmilch und ihre Derivate (pasteurisierte Milch möglicherweise nicht) bringen dem Körper Calcium, so beugen sie der Osteoporose vor und helfen bei der Heilung von Knochenbrüchen.

Rohmilch unterstützt die Darmflora (präbiotische Wirkung) und hilft so der Verdauung und schützt vor gewissen Krankheitserregern; das gilt insbesondere für die Muttermilch, die daher für die gesunde Entwicklung des Säuglings unverzichtbar ist.

Frischmilch schützt vor Allergien, das gilt insbesondere für Kinder, die auf dem Land aufwachsen.

Rohmilch erzeugt ein Sättigungsgefühl, das beim Abnehmen helfen kann (pasteurisierte Milch erzeugt das nicht).

In gerbstoffreichen Getränken, die den Magen reizen können (z. B. Tee), verhindert Milch diese Reizung durch die Bindung der Gerbstoffe und zugleich verstärkt sie die Wirkung der Alkaloide.

In äußerer Anwendung dient Milch zur Wundheilung.

Schafsmilch erzeugt im Magen eine Schutzschicht, die vorübergehend die Alkoholresorption vermindert.

Kuhmilch durchs Mikroskop

Zubereitungen:

Die frische Milch, roh oder gekocht.

Milch als Teil von Getränken: Kakao, Milchmixgetränke, Milchkaffee, Schwarztee mit Milch.

Milch als Zutat kulinarischer Zubereitungen, wie Milchreis, Müesli, Pudding.

Pasteurisierte oder ultrahocherhitzte, bisweilen homogenisierte Milch, in Geschäften feilgeboten, für dieselben Zwecke wie Frischmilch (aber nicht mit demselben Gesundheitswert).

Verschiedene Milchprodukte.

Zutat in Seifen und anderen Kosmetika, auch in Gesichtsmasken.

Im Gemüsebau kann man verdünnte Magermilch – 1 l mit 5 l Wasser – gegen gewisse Viren und zur Vorbeugung gegen Pilze anwenden.

Milch in Gebsen, vorne ein Trichter mit Filter

Gegenanzeigen und Warnungen:

Man muss alle Gegenanzeigen für Milch und ihre Derivate beachten.

Milch ist, gemäß eines häufigen Spruches, kein Getränk, sie ist nicht das Geeignetste gegen Durst, sie ist eher ein Nahrungsmittel.

Bei Säuglingen kann Kuh- oder Ziegenmilch nicht die Muttermilch ersetzen, wenn die Mutter nicht genug Milch hat. Stutenmilch oder noch besser Eselmilch ist empfehlenswerter, da ihre Zusammensetzung der Frauenmilch ähnlicher ist.

Die biologisch tote Milch (unltrahocherhitzt oder sterilisiert) enthält keine Enzyme und ist nicht ebenso gut verdaulich wie Frischmilch.

In der letzten Zeit gibt es Hinweise, dass die Pasteurisation dazu führt, dass der Körper das Calcium nicht resorbiert und somit Knochenprobleme wie Osteoporose fördert; auch schreibt man der pasteurisierten Milch die Zunahme von Allergien zu. So lässt sich erklären, warum der Milchkonsum heute unter Städtern mit Osteoporose und Allergien assoziiert wird, während dies in Jahrtausenden mit Konsum von Frischmilch in einem Teil der Menschheit keine Rolle spielte: Die Milchqualität war anders.

Die Laktose in der pasteurisierten Milch ist Beta-Laktose, die schnell aufgenommen wird, und so hat der Konsument schnell wieder Hunger.

Die Pasteurisierung tötet die Krankheitserreger, aber nicht ihre Sporen; da sie auch einen großen Teil der nützlichen Bakterien tötet, hinterlässt sie ein günstigeres Medium für das Wachstum der Krankheitserreger (das ist bei Produkten mit zugefügten probiotischen Bakterien wie Joghurt, Kefir und Käse nicht relevant).

Rohmilch kann Listerien enthalten, falls beim Melken nicht die notwendige Hygiene eingehalten wurde; so kann sie für geschwächte Personen und schwangere Frauen ein Risiko bedeuten.

Teilentrahmte Milch enthält weniger fettlösliche Vitamine (A und gegebenenfalls D), in entrahmter Milch fehlen sie praktisch völlig.

Beim Kochen, Untrahocherhitzen oder Sterilisieren verliert die Milch Vitamine, nicht sosehr beim Pasteurisieren.

Der Konsum von Rohmilch erfordert eine Sicherheit, dass das Tier gesund ist (insbesondere ohne Tuberkulose und Maltafieber).

Milch ist ein verderbliches Gut, daher ist Rohmilch für viele Menschen nicht verfügbar (eben deshalb wird Käse als lagerfähiges Produkt produziert).

Falls die Ziegen giftige Pflanzen fressen, kann in einigen Fällen wie der Herbstzeitlose das Gift in die Milch übergehen, daher muss man vermeiden, dass sie an Orten mit dieser Pflanze weiden.

Namen in anderen Sprachen:

(en.) milk, (port.) leite, (span.) leche, (fr.) lait, (rätoroman.) latg, (it.) latte, (ru.) молоко, (lat.) LAC

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