Pflanzengalle

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Gallapfel von Cynips quercusfolii auf Stieleichenblatt

Pflanzengallen, Gallen oder Cecidien (Zezidien) nennt man Auswüchse an Pflanzen, die von Schmarotzern hervorgerufen (induziert) werden. Es können Insekten, Milben oder Pilze sein.

Die in Medizin und Technik (zumindest historisch) interessanten Gallen sind vor allem kugelförmige Auswüchse auf den Blättern verschiedener Eichen, auch auf dem Sumach, induziert durch Gallwespen (Cynipidae). In diesen Gallen, auch als Galläpfel bezeichnet, wachsen die Larven dieser Wespen.

Einige Arten:

Aleppogallen (die meistgeschätzten): von der Gallwespe Cynips tinctoria auf der Eiche Quercus infectoria.

Gallen der Eichengallwespe Cynips quercusfolii (Synonym: Diplolepis quercusfolii) auf verschiedenen laubabwerfenden Eichen.

Gallen der Gallmücke Mikiola fagi (Cecidomyiidae) auf der Buche, ohne bekannte Nutzung.

Buchenblatt mit Galle der Buchengallmücke

Inhaltsstoffe:

Gerbstoffe, Gallsäure, Schleim, Zucker, Lignin.

Nutzungen:

Gallen wurden zur Gewinnung von schwarzer und blauer Tinte verwendet.

Medizinisch sind sie v. a. adstringierend, innerlich bei Durchfall und Ruhr.

Außerdem sind sie antiseptisch, äußerlich auf Wunden, Verbrennungen, Geschwüren, Hämorrhoiden, Frostbeulen, Zahnfleisch-, Haut- und Mandelentzündungen.

Zubereitungen:

Pulver aus der Galle.

Tinktur mit Alkohol.

Salbe, z. B. aus Pulver mit Schweineschmalz.

Tee zum Gurgeln bei Mandelentzündung.

Extrahierte Gerbstoffe.

Galle von Cynips quercusfolii

Warnungen und Gegenanzeigen:

Da die Pflanzengallen extrem adstringierend sind, muss man sie bei innerer Anwendung auf kleine Mengen begrenzen, um Magenprobleme zu vermeiden.

Namen in anderen Sprachen:

(en.) gall, (port.) galha, (span.) agalla, (fr.) galle, (it.) galla, (ru.) галл

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