Rind

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Kühe vorm Stall in den Alpen

Rind (Hausrind; Bos taurus; Synonym: Bos primigenius taurus; Bovidae)

Das Hausrind ist ein domestizierter Paarhufer, der heutzutage auf der ganzen Erde gezüchtet wird. Seine Wildform, der Auerochse, wurde ausgerottet. Zum Hausrind gehört auch das Zebu.

Das Weibchen ist ab dem ersten Kalben eine Kuh. Vorher ist sie eine Färse, es gibt verschiedene regionale Wörter, die sich zum Teil auf bestimmte Entwicklungsstadien beziehen, wie Mese, oft sagt man für ein geschlechtsreifes weibliches Tier vorm ersten Kalben einfach Rind. Das Männchen ist der Stier oder der Bulle, das kastrierte Männchen ist der Ochse, das Jungier ist das Kalb.

Die Arbeit mit Rindern erfordert spezielle Kenntnisse und viel Zeiteinsatz.

Diese Tiere ertragen nicht viel Hitze (rassenabhängig). Ab 21-22º kommen sie in Hitzestress. Daher muss man die Ställe kühler halten.

Es gibt eine Menge Rinderrassen.

Die Kuh kommt, wenn sie nicht trägt, alle drei Wochen in Brunst und kann gedeckt werden, man sagt, die Kuh ist stierig (regional: bullig). Die Tragzeit beträgt etwas über 9 Monate.

Rote Menorquinische Kuh

Genutzte Teile und Produkte:

Fleisch und Leber zur kulinarischen Verwendung.

Milch, gelegentlich das Kolostrum.

Urin und Mist (Kuhfladen) als Dünger in der Landwirtschaft, getrockneter Mist auch als Brennmaterial.

Arbeitskraft, vor allem der Ochsen (zum Beispiel zum Pflügen eines Ackers, der mit Nahrungspflanzen bestellt werden soll).

Därme als Wursthülle.

Catgut: Fäden aus dem Dünndarm für Nähte in der Chirurgie, der Körper resorbiert sie nach 1-2 Wochen.

Lab aus dem Kälbermagen zur Bereitung von Käse.

Rindergalle wird zur Bereitung von Gallseife genutzt.

Bisweilen nutzt ein Hirte einen Kuhfladen, um sich die Füße zu wärmen.

 

Kühe auf der Weide im Schwarzwald

Inhaltsstoffe:

Die Zusammensetzung der Milch ist abhängig von Rasse, Ernährung und Laktationsphase, verändert sich aber während der Laktation weniger als die von Ziegen– oder Schafsmilch. Es folgen Näherungswerte.

86-88% Wasser, 3,3-5,3% Fett, 3-4% Eiweiß (2,7-3% Kasein), 4,6-5% Laktose. Viel mehr Carotin als die Milch von Ziege und Schaf, daher ist sie gelblicher.

Der Mist enthält etwa 0,5% Stickstoff und mehr Wasser als derjenige von Pferd, Ziege und Schaf.

Zubereitungen:

Salben aus Rinderklauenfett.

Seife mit Rindertalg.

Frische oder konservierte Milch (falls verfügbar, ist die frische vorzuziehen).

Vergorene Milchprodukte wie Sauermilch, Joghurt und Kefir.

Käse und Molke.

Kuhfladen

Butter und Ghee.

Kumys mit zugefügter Kuhmilch.

Gegenanzeigen und Warnungen:

Häufiger als die Milch anderer Säugetiere stammt Kuhmilch aus Massentierhaltung mit all ihren Risiken für die Gesundheit und die Umwelt.

Es gibt Menschen mit einer Allergie gegen Kuhmilch, die aber gut Ziegenmilch vertragen (auch wenn es in vielen Fällen eher eine Allergie gegen verarbeitete Milch und nicht gegen Frischmilch ist).

Die Produkte von Kühen, die mit viel Getreide oder gar Soja gefüttert sind, haben nicht so viel Gesundheitswert wie diejenigen von Weidekühen.

Der Mist ist sehr feucht; um ihn als Dünger zu nutzen, ist es ratsam, ihn mit etwas zu mischen, was ihm Struktur verleiht, oft kommt er aus dem Stall schon mit Stroh.

Ich beim Pflügen mit Ochsengespann in den Anden

Außerdem muss man die Gegenanzeigen für jedes Produkt berücksichtigen.

Namen in anderen Sprachen:

Kuh (Weibchen nach dem ersten Kalben): (en.) cow, (pt., span.) vaca, (fr.) vache, (rätoroman.) vacca, (it.) vacca, mucca, (ru.) корова, (lat.) VACCA

Rind (geschlechtsreifes Weibchen vorm ersten Kalben): (en.) heifer, (span.) vaquilla, (fr.) génisse, (rätoroman.) genetscha, (it.) giovenca, vacchetta, (ru.) тёлка

Stier (Männchen): (en.) bull, (pt.) touro, (span., it.) toro, (fr.) taureau, (rätoroman.) taur, (ru.) бык, (lat.) TAVRVS

Ochse (kastriertes Männchen): (en.) ox, (pt.) boi, (span.) buey, (fr.) bœuf, (it.) bue, (ru.) вол, (lat.) BOS

Rinderdärme zur Bereitung von Wurst

Kalb (Jungtier): (in.) calf, (pt.) bezerro, (span.) becerro, ternero, (fr.) veau, (rätoroman.) vadi, (it.) vitello, (ru.) телёнок, (lat.) VITELVS

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