Seife

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Bereitung einer Seife mit Ziegenmilch

Seife ist – als chemischer Fachausdruck – ein Alkalisalz von Fettsäuren. Falls es ein Kaliumsalz ist, ist es Schmierseife, und falls es ein Natriumsalz ist, ist es Kernseife.

In der Kosmetik (und der Phytotherapie) ist es eine Zubereitung für den äußerlichen Gebrauch auf der Haut. Man stellt sie aus Öl – häufig Olivenöl, aber auch Arganöl, Mandelöl, Weizenkeimöl oder Lebertran – und Asche oder Natronlauge her. Manchmal nutzt man altes Öl, das schon zum Braten verwendet worden ist, allerdings mindert das die Qualität der Seife. Sehr raffinierte Öle werden nicht empfohlen.

Einen Teil des Öles kann man durch Bienenwachs, Karitébutter, Kakaobutter, Schweineschmalz, Vogelfett (von Gans oder Huhn) ersetzen. Es gibt auch Seife mit Rindertalg.

Im Allgemeinen sind die Zutaten: Öl, Wasser und Natronlauge (NaOH, in Übersetzungen bisweilen „Ätznatron“ genannt) Für das Verhältnis gibt es Tabellen, die je nach Öl differenzieren. Auf 1 kg Öl nimmt man 322 g Wasser und, falls es sich um Olivenöl handelt, 135 g Natronlauge.

Seife in der Form

Man muss immer berücksichtigen, dass die Natronlauge ätzend ist. Daher ist es empfehlenswert, während des gesamten Prozesses Gummihandschuhe zu tragen.

Das Wasser kann destilliertes Wasser, Mineralwasser oder auch ein Kräutertee sein.

Der Prozess ist der folgende: Die Natronlauge geben wir ins Wasser und wir rühren mit einem Schwingbesen oder einem Rührgerät. Vorsicht! Das machen wir an einem gut durchlüfteten Ort, da giftige Gase entstehen. Die chemische Raktion ist exotherm, sie führt zu einer Erwärmung des Wassers. Wir erhitzen das Öl auf die Temperatur des Wassers und mischen die zwei Flüssigkeiten, indem wir das Öl langsam ins Wasser mit der Natronlauge gießen und  dabei konstant rühren. Die Mischung geben wir in eine Form (aus Glas oder Plastik, keinesfalls aus Metall) und lassen sie darin einen oder zwei Tage. Dann holen wir die Seife aus der Form und schneiden daraus die gewünschten Stücke zurecht. Dann müssen wir noch drei bis vier Wochen warten, dann ist die Seife gebrauchsfertig.

Und nun wird die Seife geschnitten

Man kann Pflanzenextrakte beifügen mit den jeweiligen erwünschten Eigenschaften, etwa entzündungshemmend, bakterizid, wundheilend. Man kann mit den Pflanzen auch ein Mazerat in Öl anfertigen und dieses Öl verwenden.

Oft fügt man ätherische Öle hinzu, um einen angenehmen Geruch zu erzeugen, auch wegen ihrer Wirkungen auf die Haut, zum Beispiel von Lavendel, Rosmarin, Zitronengras oder Teebaum. Diese fügt man nach dem Mischen von Wasser und Öl hinzu.

Man kann weitere Produkte hinzutun, so etwa Milch (etwa Ziegenmilch oder Eselsmilch) oder Honig. Die Milch ersetzt einen Teil des Wassers, aber man gibt sie später gemeinsam mit dem Öl hinzu. Es gibt eine spezielle Ziegenmilchseife mit den folgenden Proportionen: 420 g Olivenöl, 30 g Bienenwachs, 58 g Natronlauge, 97 g destilliertes Wasser und 48 g Ziegenmilch. Manchmal verwendet man färbende Zusätze wie Kurkuma.

Um eine entblätternde Seife (zum Entfernen von Hautresten) zu erhalten, kann man feinen Sand, Ton, Kaffeesatz oder Haferflocken zufügen.

Ziegenmilchseife kurz nach dem Schneiden

Namen in anderen Sprachen:

(en.) soap, (pt.) sabão, (span.) jabón, (fr.) savon, (surselv.) savun, (it.) sapone, (ru.) мыло

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