Urin

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Menschlicher Urin

Urin oder Harn ist ein von Wirbeltieren ausgeschiedenes Produkt. Hier schauen wir den Urin der Nutztiere und des Menschen an.

Wir sind gewöhnt, unseren Urin die Toilette hinunterzuspülen. Aber in Wahrheit hat er viele Verwendungsmöglichkeiten.

Verwendungen:

Eine wichtige Verwendung ist die als Dünger für Pflanzen, da er Phosphor enthält, ein Mangelelement. Zu diesem Zweck kann man einfach aufs Beet urinieren. Eine gute Tat ist es auch, auf den Mist- oder Komposthaufen zu urinieren, um ihm das Mangelelement Phosphor zuzufügen. Häufiger ist dagegen die Verwendung des Urins von Stalltieren in Form von Jauche, oft mit Mist gemischt zu Gülle. Auch wer Brennnesseln im Garten hat und sie fördern möchte, kann sie mit Urin düngen.

Die therapeutische Verwendung des Eigenurins ist als Eigenurintherapie bekannt. Die Wirksamkeit wird heftig kontrovers diskutiert. So soll es jeder nach Überzeugung und Erfahrung machen.

Eine Person mit kalten Füßen kann sich darüber urinieren, um sie zu wärmen. Aber wenn man Schuhe und Strümpfe anhat, ist es zweifelhaft, ob es sich lohnt, sie auszuziehen, um darüber zu urinieren.

Wenn ein (männlicher) Ziegenhirt in Anwesenheit der Herde uriniert, kann es passieren, dass eine Ziege ihr Maul in den Urinfluss hält, um Salz zu bekommen. Aus Sibirien wird berichtet, dass manchmal, wenn man in den Schnee uriniert, Rentiere von weither kommen, um ihn wegen des Salzes zu lecken.

Unser Stier beim Urinieren auf der Weide

Zusammensetzung:

Die Zusammensetzung des Urines variiert je nach Art: zum Beispiel enthält derjenige der Vögel (der sich in der Kloake mit dem Kot vermischt) mehr Harnsäure und weniger Harnstoff als derjenige der Säugetiere; derjenige der Meeressäuger ist eine stark konzentrierte Salzlösung; auch in Abhängigkeit von der Ernährung variiert die Zusammensetzung.

Zusammensetzung des menschlichen Urines: Wasser, Harnstoff, Harnsäure, Salze.

Gesundheitswert:

In äußerlicher Anwendung nutzt man Urin zum Desinfizieren, zum Beispiel auf Wunden, der Urin ist nicht konzentriert genug für diese Wirkung, man muss ihn trocknen lassen, damit er die Wirkung entfalten kann.

Umstritten ist die Empfehlung, auf einen Quallenstich zu urinieren.

Auf Ibiza sagt die überlieferte Weisheit, man solle auf einen Bienenstich urinieren.

Die Anhänger der Eigenurintherapie sagen, das Trinken von Urin stimuliere das Immunsystem, und schreiben ihm weitere Heilwirkungen zu, die alle umstritten sind.

Beim Trinken des Urines kann man seinen Ekel gegenüber den eigenen Ausscheidungen überwinden und so ein natürlicheres Verhältnis zu seinem eigenen Körper bekommen.

Wenn man regelmäßig etwas Eigenurin trinkt, kann man die Veränderungen des Geschmacks wahrnehmen und sie als Indikator für das Ernährungsregime nutzen.

In Einzelfällen kann man Nutzen ziehen aus dem Trinken von Urin einer anderen Person mit anderem Ernährungsregime, der Urin kann Mineralien enthalten, die einem fehlen.

Zubereitungen:

Man nutzt im Allgemeinen den frischen Eigenurin, sowohl innerlich als auch äußerlich.

Zum Düngen kann man auf den Acker oder auf den Mist– oder Komposthaufen urinieren.

Gegenanzeigen und Warnungen:

Bei der Verwendung als Dünger muss man die Jauche so ausbringen, dass sie nicht wesentlich das Wasser und die Luft verschmutzt, also nicht bei starkem Regen, nicht bei starkem Wind, nicht bei großer Hitze.

Für innerliche Anwendung werden Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Fieber, Durchfall und andere beschrieben, in diesem Fall empfiehlt es sich, die Therapie abzubrechen.

Personen, die bestimmte Medikamente nehmen, dürfen ihren Urin nicht trinken, da sie Stoffe trinken würden, die sie durch den Urin ausscheiden müssen.

Personen mit Überschuss an Harnsäure und dessen Symptomen wie Gicht, bestimmten Formen von Arthritis und Rheuma sollten besser nicht ihren Urin trinken, da sie die Harnsäure zu sich nehmen, die sie eigentlich ausscheiden müssen.

Im Fall von Wassermangel ist es fragwürdig, seinen Urin zu trinken, man kann ihn destillieren und dann trinken.

Da die Mehrheit der Wirkungen nicht belegt ist, ist es besser, sich in ernsten Fällen nicht einzig auf diese Therapie zu verlassen, sofern eine andere verheißungsvolle Therapie erreichbar ist.

Namen in anderen Sprachen:

(en., fr.) urine, (port., it.) urina, (span.) orina, (rätoroman.) pésch, (ru.) моча

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