Ziege

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Ziege (Hausziege, Geiß; Capra aegagrus hircus; Bovidae)

Beim Melken einer Ziege

Immer mehr Menschen assoziieren die Ziege mit Romantik. Recht viele beginnen eine Arbeit mit Ziegen und stellen enttäuscht fest, dass das schwieriger ist, als sie gedacht haben. Mit Ziegen zu arbeiten, ist nicht für Arbeiter, die einen festen Stundenplan mit garantiertem Feierabend suchen. sie ist auch nicht für diejenigen, die mal hier, mal dort sind und engagierte Arbeiten meiden. Aber wer Herausforderungen sucht und bereit ist, sich mit den Bedürfnissen eigenwilliger Tiere zu beschäftigen, kann in der Arbeit mit Ziegen tatsächlich die erwünschte Romantik finden. Und die Ziege kann das ideale Tier zur Selbstversorgung sein.

Es gibt viele Ziegenrassen, jede mit ihren spezifischen Eigenschaften.

Man muss die Ziegen aus dem Garten fernhalten. Ansonsten bleibt nicht viel vom Garten. Wir wollen ja nicht den Bock zum Gärtner machen. Man muss sie während der Laktation melken. Und natürlich brauchen sie genügend Futter. Falls es viele Ziegen sind und sie viel Milch geben, ist es praktisch unvermeidbar, Käse zu machen, zumindest alle zwei Tage.

Ziegeneuter

Wenn du gewöhnt bist, Kühe zu treiben, und versuchst, dieselbe Technik bei Ziegen anzuwenden, wirst du möglicherweise verzweifeln. Ziegen lassen sich besser führen als treiben. Wenn sie auf der Weide liegen, kannst du einzelne antreiben. Aber lauf nicht, wie es bei Kühen oft gemacht wird, hinter der gesamten Herde her, entweder vorweg oder zwischendrin, die hinteren kommen schon nach. Ich habe auch schon Ziegen mit Hund getrieben, aber das macht sie unruhig und belastet das Vertrauensverhältnis.

Die Alltagsroutine kann einen therapeutischen Wert für Menschen haben, die mehr Struktur in ihrem Leben brauchen.

Alle 21 Tage ist die Ziege bockig (deckfähig, wie die Kuh, aber nicht wie diese das ganze Jahr über, sondern während einer Fruchtbarkeitsperiode). Die Tragzeit beträgt 5 Monate.

Im Allgemeinen ist die Produktion von Milch mit derjenigen von Zicklein (Ziegenlämmern, in der Schweiz: Gitzi) verbunden (so wie diejenige von Kuhmilch mit der Produktion von Kälbern). Da man insbesondere die kleinen Böckchen nicht alle aufzieht, bedeutet Milchproduktion praktisch immer auch Fleischproduktion.

Obwohl Ziegen auch Herdentiere sind, zeigen sie mehr Individualität als Kühe und vor allem Schafe und wirken aus menschlicher Sicht intelligenter. Oftmals zeigen sie sich eigenwillig und dickköpfig, aber auch liebevoll. Wer mit Ziegen Erfahrung hat, teilt in aller Regel nicht das Klischee, Individualität existiere nur unter Menschen.

Aus ethischen Gründen haben Ziegenmilch und ihre Derivate gegenüber denjenigen der Kühe den Vorteil, dass sie selten aus Massentierhaltung stammen. Das bedeutet natürlich eine geringere Verfügbarkeit, keinen Massenkonsum, sondern eher ein bewusstes Genießen.

Außer Milch liefern Ziegen uns auch Fleisch und Leder. Und ein wichtiges Produkt der Nutztierhaltung ist der Mist, der zum Düngen verwendet wird, in besonderem Maße im biologischen Gemüsebau.

Die Kaschmir- und Angoraziegen liefern Wolle (Kaschmir und Mohair). Kaschmirziegen werden nicht geschoren, sondern man kämmt ihnen den Bauch.

Ziegen haben ein Fressverhalten, das sehr verschieden von demjenigen von Schafen und Kühen ist, sie fressen auch Gehölze. Nicht einmal vor Pflanzen mit Stacheln oder Dornen schrecken sie zurück, so fressen sie die Stammglieder des Feigenkaktus.

Frisch gemolkene Ziegenmilch

Bei oberflächlicher Betrachtung entsteht oft das Bild, Ziegen würden wahllos alles fressen. Wenn sie die Möglichkeit haben, sind sie wählerische Feinschmecker, die sich nicht mit geschmacklosem Gras zufriedengeben.

Bei konzentrierter Stärke versagen ihre natürlichen Kontrollmechanismen: An Brot oder Schrot fressen sie sich zu Tode, wenn man sie lässt (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, ohne Übertreibung).

Unkontrolliertes Weiden ist – vor allem in trockenen Zonen – ein Problem für die Vegetation. Auf Mallorca gibt es verwilderte Ziegen im Gebirgswald. Die Jäger pflegen sie als Jagdwild und erzeugen einen überhöhten Bestand. Die wüstenhafte Insel Fuerteventura leidet wegen ihrer geringen Tragekapazität noch mehr unter den verwilderten Ziegen.

Andererseits kann die kontrollierte Weide der Landschaftspflege dienen. Auf Ibiza gibt es ein Projekt mit Ziegen, die Wälder vom Unterholz zu befreien, um die Waldbrandgefahr zu reduzieren.

Zickleinleber

Biologie:

Die Ziege ist ein Wiederkäufer, der aus der Wildziege des Nahen Ostens domestiziert wurde.

Genutzte Teile und Produkte:

Fleisch und Leber zum Essen.

Die Haut für Leder.

Ziegenmilch.

Mist zum Düngen von Ackerfrüchten.

Lab aus dem Zickleinmagen zur Bereitung von Käse, vor allem für Ziegenkäse genutzt.

Die Wolle weniger spezieller Rassen; Mohairwolle ist sehr weich.

Ziegen auf der Weide

Inhaltsstoffe:

Mist: 1% Stickstoff, ausgewogene Zusammensetzung zum Düngen.

Gegenanzeigen und Warnungen:

Ziegen sind Meister im Ausbrechen, so braucht es einen soliden Zaun. (Ich habe einen Bock einen Zaun von fast 2 m Höhe aus dem Stand überspringen sehen, auch wenn dies eine Ausnahme sein mag.)

Wenn die Ziegen in den Garten gehen, bleibt nicht mehr viel Garten.

Wenn die Ziegen giftige Pflanzen fressen, geht in einigen Fällen wie der Herbstzeitlose, das Gift in die Milch über, daher muss man vermeiden, dass sie Weiden mit diesen Pflanzen haben.

Ziegenmist

Namen in anderen Sprachen:

(en.) goat, (pt., span.) cabra, (fr.) chèvre, (rätoroman.) caura, (it.) capra, (ru.) коза

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