Tabak

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Tabak (Virginischer Tabak; Nicotiana rustica; Solanaceae)

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Virginischer Tabak

Neben dieser Art werden andere Arten verwendet, etwa der Bauerntabak (Nicotiana rustica).

Der Tabak ist eine Staude, deren genutzte Arten in Amerika heimisch sind. Die Nutzung wird gemeinhin als Genussmittel klassifiziert. Oft steht aber bei regelmäßigem Konsum der Genuss im Hintergrund und es dominiert die Sucht, das heißt, die Konsumenten nehmen den Tabak in erster Linie, um Entzugserscheinungen loszuwerden. Er hat dabei sehr oft auch eine soziale Funktion; diese erschwert das Loskommen zusätzlich.

Tabak ist auch eine Heilpflanze, was aber angesichts der vielen von ihm hervorgerufenen Krankheiten und Todesfälle kaum noch von Bedeutung ist.

Ich persönlich nutze Tabak gar nicht und baue ihn daher auch nicht an. Nun gut, in Ägypten habe ich Wasserpfeife geraucht, weil das dort Teil der Kultur ist.

Ethnobotanik:

Der Tabak war und ist zum Teil noch in weiten Gebieten des indianischen Amerika eine als heilig betrachtete Pflanze. Er wird hauptsächlich geraucht. Dies geschieht traditionell als Teil einer Zeremonie. Je nach Gesellschaft rauchen alle Zusammensitzenden, oder es rauchen nur spezielle Amtsträger. Vor allem im letzteren Fall kann es – entgegen romantisch verklärender Sicht – auch zu Sucht kommen.

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Tabakfeld

Inhaltsstoffe:

Alkaloid Nikotin; im Rauch die Indolalkaloide Harman und Norharman.

Gesundheitswert:

Tabak kann in kontrollierter Menge gegen Asthma wirken.

Wegen des Nikotins wirkt Tabak antiparasitisch und wird äußerlich gegen Läuse genutzt.

Auch gegen Reisekrankheit wird er eingesetzt.

Andere Anzeigen für äußerlichen Gebrauch sind Insektenstiche, Hämorrhoiden, Neuralgien und Migräne.

Der Bauerntabak ist in großer Menge halluzinogen.

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Blüten

Zubereitungen:

Absud aus Tabak zur äußeren Anwendung gegen Parasiten, etwa Läuse.

Trockene Blätter in Zigaretten, Zigarren oder Pfeife geraucht, etwa gegen Asthma.

In indianischen Kulturen wird Tabak traditionell mit anderen Pflanzen zusammen geraucht, etwa Blüten des Baumstechapfels, Blättern der Bärentraube, Sonnenhutwurzel, Birkenrinde oder Kokablättern (Letzteres selten, da die meisten Kulturen nur entweder Tabak oder Koka nutzen).

Saft der Blätter auf einer Neuralgie appliziert.

Schnupftabak durch die Nase eingezogen gegen Migräne.

Ein Absud oder ein Mazerat wird bisweilen im Garten als Insektizid verwendet (in der Biolandwirtschaft verboten).

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Ukrainische Aufschrift: „Rauchen tötet“

Warnungen und Gegenanzeigen:

Die von Tabak hervorgerufenen Gesundheitsschäden sind hinlänglich bekannt und müssen hier wohl nicht wiederholt werden.

Der kommerzielle Tabak enthält in den meisten Fällen viele synthetische Zusatzstoffe, dieser sollte gemieden werden.

Bei Zigaretten kommen zu den Schadstoffen aus dem Tabakrauch auch noch Schadstoffe aus dem verbrennenden Papier.

Bei oraler Anwendung (Essen oder Trinken) ist das Nikotin sehr giftig, das darf man nur unter strenger Aufsicht eines Experten tun (deshalb wird hier keine solche Verwendung genannt).

Entwöhnte Raucher müssen vorsichtig sein bei therapeutischer Nutzung des Tabaks, um nicht rückfällig zu werden.

Die Nutzung von Tabak als Insektizid ist nicht zu empfehlen wegen der großen Giftigkeit, in der biologischen Landwirtschaft ist sie ohnehin verboten.

Die Zigarettenstummel gehören nicht in den Kompost, da das Nikotin die Entwicklung der Mikroorganismen hemmt.

Das Rauchen in Anwesenheit anderer, die nicht rauchen, kann als Rücksichtslosigkeit empfunden werden, insbesondere unter Berücksichtigung der Schadwirkungen des Passivrauchens.

Viele Raucher werfen die Packungen in die Natur, das ist eine Verantwortungslosigkeit, die man keinesfalls nachahmen sollte.

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Bauerntabak

Namen in anderen Sprachen:

(en.) tobacco, (pt., sp.) tabaco, (fr.) tabac, (surselv.) tubac, (it.) tabacco, (ru.) табак, (guaraní) petỹ

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