Flechten

Lebewesen > Pilze > Flechten

Liquen-de-Islandia-1 Flechten
Eine Islandflechte

Die Flechten (Lichenes) sind eine Organisationsform: Pilze, die durch symbiotische Grünalgen und/oder Cyanobakterien autotroph sind. Der Pilz ist der Mykobiont, die Alge oder das Bakterium ist der Photobiont.

Die Chemie der Flechten variiert stark je nach Art. Zur Bestimmung der Art werden chemische Substanzen genutzt und man beobachtet die Reaktionen, so kann man ähnlich aussehende Flechten unterscheiden.

In der menschlichen Ernährung spielen die Flechten praktisch keine Rolle. Die Rentierflechte ist allerdings die Hauptnahrung der Rentiere im Winter und wurde deshalb vorverdaut von Inuit gegessen, wenn sie Rentiere jagten und den Mageninhalt aßen.

Medizinisch genutzt werden verschiedene Flechten, insbesondere wegen ihrer Schleimstoffe, etwa die Lungenflechte und die Islandflechte, innerlich normalerweise nur nach Entbitterung.

Einige Flechten werden zur Gewinnung von Lackmus genutzt, der als Säureindikator dient. In erster Linie gewinnt man Lackmus aus Flechten der Gattung Roccella (Roccellaceae). Hierzu kann ich allerdings keine Praxistipps geben, das habe ich noch nie gemacht.

Nur sehr wenige Flechten sind giftig, so die Wolfsflechte.

Lobaria-pulmonaria Flechten
Lungenflechte

Manchmal werden Flechten als Bioindikatoren genutzt: Man liest an ihnen die Luftverschmutzung ab. Allerdings ist das nicht so einfach, wie es sich die Laienwelt oft vorstellt: Die bloße Anwesenheit von Flechten beweist noch keine saubere Luft. Man muss die einzelnen Flechten und ihre Ansprüche kennen. Im Allgemeinen sind Strauchflechten empfindlicher gegenüber Luftverschmutzung als Krustenflechten.

Namen in anderen Sprachen:

(en.) lichens, (pt.) líquens, (sp.) líquenes, (it.) licheni, (ru.) лишайники

Externer Link:

Über die Inhaltsstoffe von Dirina ceratoniae, Diploschistes ocellatus und Cladonia endiviaefolia

Dirina-ceratoniae Flechten
Ein Beispiel für die Bestimmung mit einer Chemikalie: Die Rotfärbung durch Natriumhypochlorit (NaClO) verrät die Art Dirina ceratoniae (Familie: Roccellaceae) im Mittelmeergebiet
Roccella-phycopsis Flechten
Roccella phycopsis, eine der Arten, aus denen Lackmus gewonnen wird

Share this content: