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Rosskastanie (Aesculus hippocastanum; Sapindaceae)
Die Rosskastanie stammt aus dem Vorderen Orient und wird in Mitteleuropa viel als Zierbaum angepflanzt. Er dient dann in erster Linie als Schattenspender.
Wenn der Zusammenhang Verwechslung unwahrscheinlich macht, nennt man den Baum auch einfach Kastanie oder Kastanienbaum. Mit der Esskastanie besteht keine Verwandtschaft, und auch die Fruchtmorphologie ist anders als bei dieser.
Die Kapselfrüchte sind stachelig bewehrt. Sie springen auf und geben die Samen frei. Diese Samen, als Rosskastanien oder – kurz und weniger präzise – als Kastanien bekannt, kennen wir aus unserer Kindheit als Bastelmaterial.
Da diese Samen Saponine enthalten, können sie zur Reinigung dienen, etwa zum Wäschewaschen, wie ich es mehrfach gemacht habe. Dann braucht man kein Waschpulver, denn die Saponine vollführen deren Aufgabe. Auch den Körper kann man mit einem Kastanienauszug waschen.

Man schneidet die Kastanien ein oder in Stücke, damit die Saponine gut austreten können. Dann gibt man sie – ähnlich wie Efeublätter – in einen Kissenbezug mit Reißverschluss oder in einen Strumpf, den man zuknotet, und legt das Ganze mit der Wäsche in die Waschmaschine. Man kann Natron beifügen, um den Schweiß besser zu lösen. Achtung: Ich habe schon erlebt, dass ein Strumpf ein Loch hatte und Kastanienteile herauskamen und sich an Stellen verteilten, wo sie unerwünscht waren.
Warnungen und Gegenanzeigen:
Zur Reifezeit im Herbst ist es nicht gar so empfehlenswert, unter einem Kastanienbaum zu sitzen, da man dann fallende Früchte auf den Kopf bekommen kann.
Zur Frage, ob Rosskastanien ihrer Saponine wegen giftig sind, gibt es unterschiedliche Ansichten. Da sie nicht zum Essen verlocken, gibt es praktisch keine Erfahrungswerte, und so ist die Frage auch nicht so relevant.

Name in anderen Sprachen:
(en.) horse chestnut (pt.) castanheiro-da-Índia, (span.) castaño de Indias, (fr.) marronnier, (it.) ippocastano, (ru.) конский каштан





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