Misanthropie

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Pan-de-masa-madre Misanthropie
Brot aus Sauerteig, eine der großartigen Erfindungen der Menschheit, die auf dieser Website promoviert werden

Eines Tages lernte ich am Stammtisch einen Mann kennen, der sich selber als Misanthropen, also Menschenhasser bezeichnete. Er sprach lange Zeit sehr schlecht und in aggressivem Ton von den Menschen, erzählte mir sofort von seinen ernsthaften Problemen mit seinem Bruder. Ich hörte ihm lange zu. Dann sagte ich ihm, dass ich nach einer Reise einen Reisebericht geschrieben hatte, in dem ich mein Hauptaugenmerk auf schöne Erlebnisse mit Menschen legte. Auf einmal wurde dieser harte Mann ganz sanft und erwiderte: „Ja, das muss auch mal sein.“

Ich glaube nicht, dass dieser Mann seine Misanthropie (seinen Menschenhass) dadurch überwunden hat. Leider ist es nicht so leicht, Misanthropie wirksam zu behandeln. Aber es lohnt sich meines Erachtens, es immer und immer wieder zu probieren.

Zeigen wir den Leuten die Schönheit der Menschen! Man spricht schon so furchtbar viel von der Schlechtigkeit der Menschen. Es stimmt, dass die Menschheit viele Probleme schafft. Aber das zu betonen und Schuldige zu suchen, löst keine Probleme. Um Probleme zu lösen, müssen wir selber Verantwortung übernehmen. Und das ist ja das, was wir machen, wenn wir Dinge selber machen.

Es gibt Menschen, die die Ökologie missbrauchen, um ihre Probleme mit der Menschheit zu rechtfertigen. Es stimmt zwar, dass die Menschheit viel zerstört. Aber deswegen andere zu hassen, wem hilft das? Wir können doch letztlich nur schauen, dass wir selber ein ökologisches Bewusstsein entwickeln.

Es gibt Leute, die die Tiere wie Ziegen oder Kühe als Vorwand nutzen, um ihren Hass auf die Menschheit zu rechtfertigen. Es stimmt natürlich, dass manche Tierhaltungsformen grausam sind. Doch diese Misanthropen tun nichts dagegen. Wenn wir in der Weidehaltung arbeiten, tun wir etwas Konstruktives und nehmen sowohl grausamen Haltungsformen als auch der Misanthropie ihre Berechtigung. Tierschützer und Tierrechtler sind meistens gar nicht wirklich an Tieren interessiert, sondern wollen mit ihrem angeblichen Mitgefühl für Tiere nur ihre Probleme mit den Menschen rationalisieren. Selbstverständlich lässt sich das nicht pauschal für alle Tierschützer sagen.

Rauwollige-Pommersche-Landschafe Misanthropie
Schafe, die im Auftrag von Menschen die Landschaft pflegen und damit wertvolle Ökosysteme schaffen und erhalten

Es gibt Leute, die eine Ernährungslehre annehmen, nur um ihre sozialen Probleme mit den sie umgebenden Menschen zu rechtfertigen. So träumen manche von einer besseren Menschheit in Ostasien und nehmen die Makrobiotik an. Dann kommen so absurde Argumente wie das, Milch sei nicht gut, weil sie in Ostasien keine Tradition hat. Warum leben diese Leute nicht in Ostasien? Weil sie dann ihre Träume verlieren würden und sich andere Vorwände ausdenken müssten, warum sie mit den Ostasiaten auch nicht zurecht kommen. Oder jemand wird Veganer, nur um anderen an den Kopf werfen zu können, dass sie die Tiere „ausbeuten“, und sich den Nahrungsproduzenten überlegen zu fühlen. Dann boykottieren sie die ökologisch wertvolle extensive Weidehaltung und tragen damit zur Zerstörung dessen bei, was die Menschheit in Jahrhunderten geschaffen hat. Aus Misanthropie, klar. Das mögen Extremfälle sein. Man kann einer Lehre auch folgen und dabei in Frieden mit sich und den anderen Menschen leben.

Es gibt auch Leute, für die der Wolf den Menschenhass symbolisiert. Sie sitzen in ihrer Stadtwohnung und freuen sich, wenn es immer mehr Wölfe gibt und diese immer mehr Schafe reißen. Machbare Lösungen für real existente Probleme haben diese Leute nie zu bieten.

Externe Links:

Eine Jägermeinung zu Tierschutz und Misanthropie

Der Mensch in einem Inselökosystem (in 4 Sprachen, an 3. Stelle Deutsch)

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