Bärwurz

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Bärwurz (Meum athamanticum, Apiaceae)

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Eine Bereicherung vieler Bergweiden und vielleicht auch unseres Speiseplans: die Bärwurz

Die Bärwurz ist ein mehrjähriges Kraut aus Mittel- und Westeuropa, das in gebirgigen Gegenden auf kalkfreien Böden wächst. Die Samen brauchen zum Keimen Frost.

Die Blätter können wir als Gewürz verwenden, auch mit Salz gemischt: Bärlauchsalz (ein Kräutersalz) kann man bereiten, indem man Blätter der Pflanze kleinschneidet und mit derselben Menge Salz vermischt. Wegen der hygroskopischen Eigenschaftes des Salzes kann man frische Blätter nehmen, sie trocknen dann.

Medizinisch werden außer den Blättern auch Rhizome, Wurzeln und Früchte genutzt.

Anscheinend stammt der Name ursprünglich nicht vom Bären, sondern vom Gebären und geht auf die frühere Verwendung bei Geburtswehen zurück. Er wurde allerdings später mit dem Bären assoziiert und ist so auch ins Spanische übersetzt.

Das Vieh frisst diese Pflanze (die oberirdischen Teile) und man schreibt ihr zu, dass sie den Milchfluss verstärkt und den Geschmack der Milch beeinflusst.

Inhaltsstoffe:

Rhizom und Wurzel: Stärke, Pektin, ätherisches Öl, Harz.

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Kleingeschnittene Blätter

Gesundheitswert:

Die Blätter sind aromatisch.

Wurzel und Rhizom stehen im Ruf eines Magentonikums.

Man schreibt ihnen blähungstreibende und menstruationsfördernde Eigenschaften zu.

Obwohl die Früchte kaum traditionell verwendet wurden, schreibt man ihnen ähnliche Wirkungen zu; die Früchte dieser Familie (sofern sie nicht giftig sind) sind gewöhnlich blähungstreibend.

In der Volksmedizin nutzt man die unterirdischen Teile gegen Bauchschmerzen, Asthma und Nieren- und Blasenleiden.

Äußerlich tut man sie auf Wunden und Geschwüre.

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Blüten und Blätter

Zubereitungen:

Die Blätter als Gewürzkraut, zum Beispiel in Suppen, als Bärwurzsalz oder in einem Bergkäse.

Tee aus den Blättern, Dosierung je nach Geschmack.

Tee oder Absud aus den unterirdischen Teilen: 30 g pro Liter.

Rhizome und Wurzeln zum Kauen, man schluckt nur den Speichel.

Bei manchen Bergkäsen schreibt man dieser Pflanze den aromatischen Geschmack zu, der durch das Fressen auf die Milch übergeht.

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Frisch bereitetes Bärwurzsalz

Gegenanzeigen und Warnungen:

Um die Pflanze in der Natur zu sammeln, ist es unverzichtbar, sie gut zu kennen, da viele Arten der Familie giftig sind, manche tödlich (Schierling).

Nach alten Schriften kann eine große Menge dieser Pflanze Kopfschmerzen hervorrufen.

Name in anderen Sprachen:

(en.) baldmoney, (span.) meo, eneldo ursino, (fr.) cerfeuil des Alpes, fenouil des Alpes, (it.) finocchiella, (ru.) меум атамантовый, меум голый

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