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Bocksdorn (Gemeiner Bocksdorn, Goji; Lycium barbarum; Synonym: Lycium halimifolium; Solanaceae)

Der Gemeine Bocksdorn ist ein dorniger, laubabwerfender Strauch, sein Ursprung wird von Südosteuropa bis nach China vermutet, heute Neophyt in vielen Teilen der Erde. Um ihm einen exotischen Beiklang zu geben, gab man ihm – gemeinsam mit dem Chinesischen Bocksdorn (Lycium chinense) – den Namen „Goji“ (gesprochen wie „Godschi“).
Man isst die Beeren (Gojibeeren), die heute viel als snobistisches Nahrungsmittel („Superfood“) gehandelt werden. In China sind sie traditionell ein Nahrungs- und Heilmittel.
Statt die Beeren teuer zu kaufen, können wir die Pflanze anpflanzen. Die blühende Pflanze wird als Heilpflanze genutzt.
Mancherorts werden traditionell die Blätter der mediterran-kanarischen Art Lycium intricatum (katalanisch: arç intricat) verwendet, die Art ist nicht gut untersucht. Die Früchte dieser Art habe ich ebenfalls schon gegessen.
Inhaltsstoffe:
Früchte: Polysaccharide, Polyphenole, Carotinoide mit Beta-Carotin und Lycopen, Fettsäuren mit Linolensäure.
Sprosse und Blätter: Alkaloide, Lyciin, Gerbstoffe.

Gesundheitswert:
Die vegetativen oberirdischen Teile sind harntreibend und abführend und werden gegen nervösen Husten eingesetzt, wahrscheinlich wirken sie gegen Herpes.
Die Früchte stimulieren das Immunsystem, sie werden gegen Müdigkeit, Immunschwäche und Nachtblindheit eingesetzt; zudem liefern sie Antioxidantien.
Die getrockneten Früchte sind abführend.
Zubereitungen:
Die Früchte als Obst, auch getrocknet.
Saft der Früchte.
Tee aus den Blättern: 1 g frische Blätter pro Tasse.
Zerstoßene Blätter in Umschlägen gegen Herpes.
Warnungen und Gegenanzeigen:
Die Pflanze (außer den Früchten) steht im Ruf, giftig zu sein, obwohl das nicht belegt ist, am besten mit Vorsicht nutzen.
Die Gojibeere ist eine gesunde Frucht, vergleichbar mit der Tomate, man darf aber keine Wunder von ihr erwarten, sie kann keine vielseitige Ernährung ersetzen, keine Pflanze kann das.
Die käuflichen Beeren sind bisweilen mit Pestiziden behandelt.
Die Beeren können mit einigen Medikamenten interagieren, also im Zweifelsfall den Arzt konsultieren; insbesondere stören sie den Abbau von Gerinnungshemmern, können dadurch Blutungen bewirken.

Namen in anderen Sprachen:
(en.) Chinese wolfberry, (span.) cambronera, (fr.) lyciet commun, lyciet de Barbarie, (ru.) дереза обыкновенная

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