Brutblatt

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Brutblatt (Kalanchoe daigremontiana; Synonym: Bryophyllum daigremontianum; Crassulaceae)

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Brutblatt, noch nicht blühend

Das Brutblatt ist ein mehrjähriges Kraut aus dem Südwesten von Madagaskar, anderswo verbreitet als Garten- und Topfpflanze, stellenweise verwildert. Ein besonderer Zug dieser Gattung ist, dass an den Blättern Jungpflanzen wachsen, die herunterfallen und wurzeln.

Andere Arten der Gattung sind:

  • Kalanchoe gastonis-bonnieri (Synonym: Bryophyllum gastonis-bonnieri) und
  • Kalanchoe pinnata (Synonyme: Bryophyllum pinnatum, Bryophyllum calycinum),

beide ebenfalls ursprünglich von Madagaskar.

Die Pflanzen dieser Gattung haben traditionelle medizinische Nutzungen, wobei wir die Gegenanzeigen berücksichtigen müssen. Man nutzt die Blätter und die Wurzeln.

In der letzten Zeit haben sie einen gewissen Ruhm erlangt als wirksame Pflanzen gegen Krebs. Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass manche Sippen eine gewisse antikarzinogene Wirkung haben. Das heißt allerdings nicht, wie es manche unbedarfte Leute verstehen, dass jedes Brutblatt in jeder Zubereitung und jeder Dosierung ein sicheres Mittel gegen jeden Krebs bei jedem Patienten wäre. Die sensationalistischen Texte, die die Pflanze als Wundermittel propagieren, ohne ihre Giftigkeit zu erwähnen, sind Scharlatanerie von Leuten, die damit der Reputation der Phytotherapie schaden.

Inhaltsstoffe:

Alkaloide, Triterpene, Flavonoide, Herzglycoside (Bufadienolide wie Daigremontianin).

Gesundheitswert:

Das Brutblatt wird traditionell gegen Zellschädigungen genutzt, z. B. bei Krebs.

Es gibt Untersuchungen mit Substanzen von Kalanchoe pinnata und dem Bastard Kalanchoe daigremontiana x tubiflora, die antitumorale Wirkung zeigen, es kann also eine verheißungsvolle Pflanze sein, deren Potenzial detaillierter untersucht werden muss, es wird ihre Nutzung in der Chemotherapie diskutiert.

Es wirkt stopfend (wofür es viele andere Pflanzen gibt).

Die Giftigkeit lässt die Pflanze gegen Escherichia coli, Shigella und andere Bakterien wirken.

Das Brutblatt hat traditionelle Nutzungen gegen psychologische Krankheiten wie Schizpophrenie und Angstzustände.

Die Wurzel wird in Südamerika gegen Epilepsie genutzt.

Bei äußerlicher Anwendung (wie sie beispielsweise in der russisschen Volksmedizin bekannt ist) wirkt es wundheilend und entzündungshemmend, es wird appliziert auf Wunden, Verbrennungen, Abszessen und Ekzemen.

Lokal wird es in der Veterinärmedizin genutzt gegen Panaritium und Mastitis.

Weiterhin wird es als Insektizid eingesetzt.

Kalanchoe-daigremontiana-flores-1 Brutblatt
Blüten

Zubereitungen:

Blätter in Salaten (entspricht nicht jedem Geschmack).

Frischer Presssaft der Blätter, mit Wasser vermischt.

Tee aus den Blättern.

Tee aus der Wurzel.

Breiumschläge aus den zerstampften Blättern.

Salbe aus dem Saft mit Öl.

Warnungen und Gegenanzeigen:

Die Pflanze hat eine gewisse Giftigkeit durch ihre Alkaloide und Bufadienolide; wenn sich jemand dennoch für ihre innere Anwendung entscheidet, ist von einem längeren Gebrauch abzuraten.

Für innere Anwendung wird als maximale Tagesdosis 30 g angegeben.

Da die Pflanze den Uterus anregt, ist sie vollkommen kontraindiziert während der Schwangerschaft, zumindest für die innere Anwendung.

Wegen der Herzglycoside bietet sie ein erhöhtes Risiko für Patienten mit Herzerkrankungen; die Verwendung dieser Substanzen zur Behandlung des Herzens (wie vom Fingerhut her bekannt) gehört ausschließlich in die Hände von Experten, sie ist viel zu gefährlich für den Hausgebrauch.

Namen in anderen Sprachen:

(en.) alligator plant, mother of thousands, (pt.) mãe de milhares, (sp.) madre de miles, (fr.) kalanchoé de Daigremont, (ru.) каланхое Дегремона

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