Wolfsmilch

Lebewesen > Pflanzen > Wolfsmilch

Wolfsmilch (Euphorbia; Euphorbiaceae)

2446231594-1 Wolfsmilch
Sonnenwend-Wolfsmilch

Die Sonnenwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia) ist ein einjähriges Kraut mit Milchsaft, heimisch in Europa und Asien, stellenweise eingebürgert in Amerika. Einige andere Wolfsmilch-Arten sind mehrjährig, die meisten aus Afrika oder Amerika, in Afrika gibt es sukkulente Arten (2 sukkulente Arten auf den Kanarischen Inseln).

Es gibt viele Arten von Wolfsmilch, nicht immer leicht zu unterscheiden. Ähnlich genutzt wie die Sonnenwend-Wolfsmilch werden die Kreuzblättrige Wolfsmilch (Euphorbia lathyris), die mediterrane Baumförmige Wolfsmilch (Euphorbia dendroides) und die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias). Anders genutzt wird die Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus). Auch das guatemaltekische Ixbut (Euphorbia lancifolia) ist eine Wolfsmilch-Art. Alle Arten sind – in unterschiedlichem Grade – potente Giftpflanzen.

Die gesamte Pflanze wird zu medizinischen Zewecken genutzt. Das muss allerdings sehr vorsichtig geschehen angesichts der Giftigkeit.

Gelegentlich nutzte man Wolfsmilch als Fischgift (also zum Betäuben und anschließenden Fangen von Fischen).

Zur Gefahr kann die Wolfsmilch werden, wenn man sie versehentlich statt des essbaren Milzkrautes erntet.

Erwähnenswert ist noch, dass einige afrikanische Wolfsmilch-Arten sehr an Kakteen erinnern und von Laien umgangssprachlich als solche bezeichnet werden. Das ist insofern relevant, weil einige Kakteen essbar sind, man aber auf keinen Fall Wolfsmilch essen darf. Als Beispiel sei hier die Jandía-Wolfsmilch (Euphorbia handiensis) genannt, die wild nur auf der Jandía-Halbinsel auf Fuerteventura vorkommt. Durch die unterschiedliche geografische Verbreitung (Kakteen in Amerika, sukkulente Wolfsmilch-Arten in Afrika) sollte eine Verwechslung in der Natur nicht stattfinden.

Euphorbia-cyparissias-1 Wolfsmilch
Zypressen-Wolfsmilch

Inhaltsstoffe:

Alkaloid Euphorbin, Terpene, Gerbstoffe.

Gesundheitswert:

Die wichtigste Heilanwendung ist die des Milchsaftes auf Warzen und Hautverhärtungen.

Samen und Wurzeln wirken gegen Eingeweidewürmer, aber nicht nur für diese sind sie giftig.

Ein Extrakt der Garten-Wolfsmilch wurde auf seine Nutzbarkeit bei weißem Hautkrebs getestet und zeigte gute Erfolge.

Ixbut gilt in Guatemala als milchbildend für stillende Mütter. Die Anwendung beruht auf jahrhundertealter Tradition. Auch bei Kühen gibt es Versuche, damit die Milchbildung anzuregen. Auch beruhigend wirkt es.

Euphorbia-peplus Wolfsmilch
Garten-Wolfsmilch

Zubereitungen:

Pulver aus den Wurzeln, unter Aufsicht eines Spezialisten.

Der Milchsaft auf Warzen, mit Vorsicht, am besten vorher die Haut drum herum abdecken.

Tee oder Absud aus den Blättern des Ixbut.

Warnungen und Gegenanzeigen:

Die Wolfsmilch ist ziemlich giftig. Innere Anwendung erfordert einen Spezialisten. Den Wolfsmilch-Arten werden noch mehr Heilwirkungen nachgesagt, die hier aber wegen der Giftigkeit und der daraus resultierenden Unbrauchbarkeit im Hausgebrauch nicht erwähnt werden.

Auch bei äußerer Anwendung ist Vorsicht angesagt, der Milchsaft schädigt die Haut.

Auch Ixbut hat eine gewisse Giftigkeit, Berichten zufolge können einige Tiere wie Pferde und Schafe daran sterben.

Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit von Ixbut bislang umstritten; in Untersuchungen zeigte sich ein gewisser Anstieg der Milchproduktion, aber es ist nicht klar, ob er signifikant ist.

Euphorbia-peplus-2-1 Wolfsmilch
Garten-Wolfsmilch: Detail (botanisch: Cyathien)

Namen in anderen Sprachen:

(en.) spurge, (sp.) lechetrezna, (fr.) euphorbe, (surselv.) latg musteila, (it.) euforbia, (ru.) молочай

Externe Links:

Wirksamkeit von Euphorbia peplus gegen Hautkrebs (englisch)

Behandlung von Hautkrebs zu Hause (englisch)

Euphorbia-dendroides Wolfsmilch
Baumförmige Wolfsmilch

 

Euphorbia-handiensis-300x195 Wolfsmilch
Die Jandía-Wolfsmilch könnte man bei oberflächlichem Blick für einen Kaktus halten

Share this content: