Heu

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Heu in der Scheune

Als Heu bezeichnet man getrocknetes Pflanzenmaterial, vor allem aus Gräsern, aber auch mit einem gewissen Prozentsatz an anderen Pflanzen.

In der Landwirtschaft sagt man Heu oftmals nur zum ersten Schnitt. Der zweite Schnitt hat regional unterschiedliche Bezeichnungen wie Öhmd und Grummet (Grumt). Stellenweise gibt es noch mehr als zwei Schnitte, die weiteren werden bisweilen ebenso bezeichnet wie der zweite Schnitt. Der erste Schnitt ist das strukturreichste Material.

Genutzt werden Heu und Grummet hauptsächlich als Futter – vor allem Winterfutter – für Raufaserfresser wie Rindvieh, Pferde, Schafe und Ziegen. In Gebieten mit Vegetationspause (in Mitteleuropa ist dies der Winter) ist Heu unabdingbar.

Wichtig ist, dass das Material vorm Einlagern gut trocknet. Denn schlecht getrocknetes Heu kann sich selbst entzünden. Manch eine Scheune ist schon dadurch abgebrannt.

Der Vorgang läuft etwa wie folgt: Man mäht eine Wiese (Mähwiese) – heute meist mit Maschinen, vereinzelt noch mit der Sende – und lässt das Material trocknen. Derweil wird es gelegentlich gewendet. Am Abend zieht man es zu Schwaden (Nachtschwaden) zusammen, damit es nicht so viel Tau mitbekommt. Am Morgen verteilt man es wieder, damit es während des Tages an der Sonne trocknet. Es gibt hierfür spezielle Maschinen, in kleinem Maßstab arbeitet man mit dem Rechen. Heutzutage richtet man sich nach der Wettervorhersage, damit es möglichst nicht ins trocknende Material hineinregnet.

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Schafe und eine Ziege, die nach Beendigung der Weidesaison im offenen Stall sind, fressen hier Heu

Stellenweise hängt man das Heu zum Trocknen noch über Reuter, extra zu diesem Zweck errichtete Gestelle, üblicherweise aus Holz. Die Form der Reuter folgt oft regionalen Traditionen. Gebietsweise werden Reuter auch zum Lagern genutzt.

Das Heu wird entweder zu Ballen gepresst oder aber lose in der Scheune eingelagert. Das Einbringen losen Heues geschieht heutzutage meist mit Ladewägen, das von Ballen ensprechend auf Anhängern. Heute macht man es selten noch unter Zuhilfenahme von Pferde- oder sonstigen Wagen.

Beim maschinellen Pressen muss man höllisch aufpassen, dass keine Tierkadaver hineingeraten, denn an diesen entwickeln sich Botulismuserreger (Clostridium botulinum), die den Tod des gesamten Viehbestandes hervorrufen können. Das zahlt dann keine Seuchenversicherung, da es sich nicht um eine Seuche im rechtlichen Sinne handelt.

Eine typische Heugabel hat drei Zinken, im Gegensatz zu einer Mistgabel, die zumeist vier Zinken hat.

Außer als Tierfutter wird Heu in geringem Maßstab auch als Mulch genutzt. Die verbleibenden Heublumen werden in Deutschland traditionell wegen ihnen nachgesagter medizinischer Wirkungen äußerlich genutzt.

Namen in anderen Sprachen:

(en.) hay, (pt) feno, (sp.) heno, (fr.) foin, (surselv.) fein, (it.) fieno, (ru.) сено, (lat.) FAENVM, FENVM

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Trocknendes Heu auf der Mähwiese

Heuballen: (en.) hay bale, (pt.) fardo de feno, (sp.) fardo de heno, bala de heno, paca de heno, (fr.) botte de foin, (it.) balla di fieno, (ru.) рулон сена

Reuter: (en.) hayrack, (sp) almiar, (fr.) fanoir, siccateur, (ru.) стог

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Geschwadetes Heu
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Heuballen in der Scheune
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Ein Lamm ist ausgebrochen und frisst am Heu
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Ladewagen mit Heu
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Heureuter in den Karpaten, ganz offensichtlich nicht zum Trocknen (was ja im Schnee schwerlich möglich ist), sondern zum Lagern des Heues
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Heuballen

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