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Johanniskraut (Tüpfelhartheu; Hypericum perforatum; Hypericaceae = Guttiferae)

Das Johanniskraut ist ein mehrjähriges Kraut, häufig an Wegrändern in Europa und Asien. Zur Unterscheidung von verwandten Arten hält man die Blätter ins Licht, diese Art hat lichtdurchlässige „Tüpfel“.
Die oberirdischen Teile können wir während der Blüte ernten und sowohl innerlich als auch äußerlich ihrer Heilwirkungen wegen nutzen.
Ethnobotanik:
In vielen europäischen Kulturen assoziiert man diese Pflanze mit dem Sankt-Johannes-Tag (24. Juni, da sie um die Zeit blüht) und in vielen Sprachen trägt sie einen Namen, der auf diesen Heiligen Bezug nimmt. Es gibt viele Volksglauben, zum Beispiel, dass sie, wenn man sie am Johannistag pflückt, gegen Blitz schützt und Hexen und Gespenster vertreibt. Man nutzte sie, um Schadenszauber abzuwehren, darauf bezieht sich der italienische Name „scacciadiavoli“ („Teufelsvertreiber“). Ob der Gebrauch gegen Harninkontinenz bei Kindern eine reale Basis hat, ist noch nicht geklärt.
Inhaltsstoffe:
Hypericin, Flavonoide, ätherisches Öl, Gerbstoffe.

Gesundheitswert:
Das Johanniskraut wirkt gemäß alter Überlieferung gegen Depressionen und Beklemmungen, auch gegen Schlafstörungen; die antidepressive Wirkung ist dem Hyperforin zuzuschreiben, auch in Kombination mit anderen Stoffen.
Es wirkt krampflösend und wird bei Magenkrämpfen eingesetzt.
Es ist adstringierend und bei äußerlicher Anwendung wundheilend, man nutzt es gegen Wunden, Ekzeme und Krampfadern.
Zubereitungen:
Tee: eine Handvoll Kraut auf einen Liter kochendes Wasser.
Johanniskrautöl für innere und äußere Anwendung, Ölmazerat: blühende Kräuter (oder nur Blüten) in Olivenöl einlegen, ein paar Monate an einem lichten Ort lagern, danach die Pflanzen herausnehmen; auch als Grundlage für eine Salbe.
Gegenanzeigen und Warnungen:
Das Johanniskraut fotosensibilisiert die Haut, so sollte man insbesondere nach äußerer Anwendung direktes Sonnenlicht meiden.
Von Johanniskraut sind viele Wechselwirkungen mit Medikamenten beschrieben; wer Medikamente nimmt, sollte auf jeden Fall einen Arzt fragen, ob Johanniskraut genommen werden darf.
Anbau:
Das Johanniskraut wächst an der Sonne an trockenen Orten, ohne Ansprüche in Bezug auf Düngung.
Namen in anderen Sprachen:
(en.) Saint-John’s-wort, (pt.) erva-de-São-João, (span.) corazoncillo, hipérico, hierba de San Juan, (fr.) millepertuis, (it.) schiacciadiavoli, iperico, (ru.) зверобой


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