Vegane Sprache

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Für die Biologen ein Fleischfresser, für die Veganer ein Allesfresser: der Hund

Vegan ist keine eigene Sprache, sondern eine Sonderterminologie, die unter Veganern verwendet wird. Jede Sekte, jede ideologische Gruppierung hat ihre Sonderterminologie, mit der sie sich als In-Group gegen Außenstehende abgrenzt und die für Außenstehende nur bedingt verständlich ist. Es handelt sich in diesem Fall um Wörter aus der Standardsprache, die von den Veganern umfunktioniert wurden und in Sonderbedeutungen verwendet werden. Oft klingen sie nach ganz schlimmen Dingen, drücken aber eher Normales aus, etwa die Wörter „Ausbeutung“ oder „böse“.

abstillen: eine krankhafte Abneigung gegen Milch entwickeln: „Ich habe abgestillt.“ Mit dem gemeinsprachlichen „abstillen“ hat dieses Wort wenig gemein.

Allesfresser: jedes Tier, das die Biologie als Fleischfresser klassifiziert: „Hunde sind Allesfresser.“ Menschen sind in veganer Terminologie keine Allesfresser, sondern teilen sich in zwei klar getrennte Kategorien: Veganer und Fleischfresser.

Aufklärung: Werbung für den Veganismus.

Ausbeutung: Nahrungserzeugung: „Tiere, die der Ausbeutung dienen.“

böse: nicht vegan lebend: „Die Menschen sind böse und schlachten Lämmer.“ Böse im gemeinsprachlichen Sinne ist es ja sicher nicht, Lämmer zu schlachten, Weizen zu dreschen oder Kartoffeln aus dem Boden zu nehmen.

dauerschwanger: ein ideologisches Füllwort, das sich nicht in gemeindeutsche Sprache übersetzen lässt, da es keine Entsprechung in der realen Welt hat: „Kühe werden zur Milchproduktion dauerschwanger gehalten.“ In gemeinsprachlichem Deutsch heißt das schlicht und einfach: „Kühe werden zur Milchproduktion gehalten.“

ethisch: der Selbstbeweihräucherung dienend: „Vegan zu leben, ist ethisch.“ In der Tat sind die Wörter „ethisch“ und „Ethik“ in der Sondersprache der Veganer sehr häufig, denn diese Leute wollen gerne als über den Nahrungsproduzenten stehend gelten.

Fleischfresser: im weiteren Sinn jeder nicht vegan lebende Mensch, im engeren Sinn unter Ausschluss der Vegetarier. Achtung: Hunde sind in veganer Terminologie keine Fleischfresser, sondern Allesfresser, damit man sie guten Gewissens mit veganem Fraß quälen darf.

gesund: trendig: „Vegane Ernährung ist gesund.“ Dass vegane Ernährung nicht gesund im gemeinsprachlichen Sinne ist, wissen wir wohl alle.

Gift: Lebensmittel tierischen Ursprungs: „Milch ist Gift.“

Hafermilch: keine Milch, sondern ein Imitat auf der Basis von Hafer, der Name drückt Wertschätzung für Milch aus, aber nicht für das Ersatzprodukt.

Leichenteile: Fleisch.

lieben: für Hasspropaganda missbrauchen: „Seitdem ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere.“ Lieben im gemeinsprachlichen Sinne kann man Tiere in ihrer Gesamtheit sowieso nicht, man kann nur Tiere lieben, die man kennt, so wie es viele Tierhalter tun.

Märchen: jede Kritik am Veganismus, selbst dann, wenn sie sachlich fundiert ist. Denn sachliche Argumente sind für vegane Hirne nicht zu begreifen.

Massentierhaltung: Nutztierhaltung im Unterschied zur Heimtierhaltung. Auch die Haltung von Kühen auf großflächigen Alpweiden ist in veganer Terminologie „Massentierhaltung“.

Milch: jedes weiße Getränk: „Ich habe Milch aus Mandeln gemacht.“ Ob es sich um Milch oder etwas anderes handelt, ist oft nur am Zusammenhang zu erkennen. Oder am Ton, denn Veganer sprechen nicht von Milch, ohne sich angewidert zu zeigen.

Mord: Tötung eines nichtmenschlichen Tieres durch einen Menschen. Dass der Begriff des Mordes rechtlich nur auf das Töten von Menschen anwendbar ist, wissen zwar viele Veganer, aber sie finden es dennoch selbstverständlich, den Sinn abzuändern.

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Für die Veganer ist das Schlachten eines Tieres Mord

Mörder: im weiteren Sinn jeder weder vegan noch vegetarisch lebende Mensch, im engeren Sinn ein Metzger, ein Jäger oder ein Fischer.

Muttermilch: jede beliebige Milch. Denn „Milch“ ohne diesen Zusatz kann in veganer Terminologie auch ein Produkt nicht tierischen Ursprungs sein: „Du trinkst Muttermilch von einer Kuh!“

Natur: alles, was nicht direkt menschlicher Kontrolle unterliegt, auch wenn es von Menschen hervorgerufen wurde. Die Menschen gehören in veganer Terminologie zwar zu den Tieren, aber nicht zur Natur. Wenn eine überfütterte Katze eine Maus tötet und sie liegen lässt, ist das in veganer Terminologie „Natur“; wenn ein Wolf Massen von Schafen schwer verwundet zurücklässt, ist das „Natur“; wenn sich ein Mensch naturgemäß omnivor ernährt, ist das keine „Natur“ im veganen Sinne.

ökologisch: egoistisch: „Ich lebe aus ökologischen Gründen vegan.“ Dass die Ökologie eine Wissenschaft ist, die komplexes Denken erfordert und deshalb nicht mit dem einfachen Schwarzweißdenken des Veganismus in Einklang zu bringen ist, versteht kein Veganer. Da das Wort „ökologisch“ aber für viele Menschen gut klingt, mussten sie es in ihren Wortschatz integrieren und ihm eine Sonderbedeutung verpassen.

pflanzlich: nicht tierischen Ursprungs. In dem einfachen dualistischen Denken der Veganer sind „pflanzlich“ und „tierisch“ Gegensätze; was nicht das eine ist, ist automatisch das andere. Gemeinsprachlich gibt es Produkte, die weder tierisch noch pflanzlich sind, und es gibt Produkte, die beides sind. Diese Komplexität ist in veganer Terminologie nicht vorgesehen. So sind Wasser und Salz für die Veganer „pflanzlich“, obwohl sie nicht von Pflanzen stammen, einfach weil sie nicht von Tieren stammen. Dagegen ist Honig nicht „pflanzlich“, obwohl er von Pflanzen stammt, weil der pflanzliche Rohstoff von Tieren verarbeitet wurde. Birnendicksaft ist zwar von Menschen ebenso stark verarbeitet, aber eben von Menschen, die offenbar keine Tiere sind, deshalb ist er in der Veganersprache nicht „tierisch“ und damit konsequenterweise „pflanzlich“. Dieser Dualismus steckt schon im Wort „vegan“, das so klingt, als würde es Liebe zu Pflanzen und ihren Produkten ausdrücken, das in Wahrheit aber einen Hass auf Tiere und deren Produkte ausdrückt.

Respekt: Misanthropie, Probleme mit der Menschheit: „Veganismus ist ein Ausdruck von Respekt.“

Sojamilch: nicht etwa Milch von Tieren, die mit Soja gefüttert wurden, sondern ein flüssiges Industrieprodukt auf Sojabasis, das mit Milch nichts gemeinsam hat.

Strohmann: ein nicht vegan lebender Mensch, der für seine Ernährung handfeste Argumente vorzuweisen hat: „Das ist ein Strohmann-Argument.“

Tierleid: das Existenzrecht der Nutztiere: „Wir Veganer sind gegen Tierleid.“

Überzeugung: Wichtigtuerei: „Ich lebe aus Überzeugung vegan.“ Bei den wenigsten Veganern liegt eine Überzeugung im gemeinsprachlichen Sinne vor.

Veganer: langweiliger Mensch, der sich selbst in Szene setzt, indem er anderen vorgaukelt, für seine Ernährung müssten keine Tiere leiden, und der dafür Bewunderung erwartet: „Ich bin Veganer“, oft ohne jeden Zusammenhang gesagt zum Zeichen, dass die Person nichts Interessantes zu sagen weiß. Der im Deutschen übliche englische Satz „go vegan“ ist ein verzweifelter Schrei nach Aufmerksamkeit und heißt etwa so viel wie: „Bitte, bitte, bitte, beachtet mich!“

Veganer-Bashing: kritisches Hinterfragen des Veganismus. Viele Veganer haben den Anspruch, dass man sie für ihre extravagante Ernährung bewundert. So vertragen sie es gar nicht, wenn man Kritik am Veganismus äußert.

veganer Käse: nicht tierisches Produkt, das zum Käse im selben Verhältnis steht wie eine von Kindern erbaute Sandburg zu einer Burg: „Ich habe veganen Käse aus Cashewnüssen gemacht.“ Gemeinsprachlich kann es bekanntlich keinen veganen Käse geben, da Käse immer aus Milch gewonnen wird und diese tierischen Ursprungs ist.

Vergewaltigung: künstliche Besamung eines Nutztieres. Dass diese Gleichsetzung zweier sehr unterschiedlicher Dinge eine Beschönigung von Vergewaltigungen bedeutet, übersteigt das Einfühlungsvermögen der Veganer.

Wahrheit: alles, was den Veganismus bestärkt.

wegschauen: nicht vegan leben: „Wer Fleisch isst, schaut weg.“ Das vegane „wegschauen“ hat mit dem gemeinsprachlichen „wegschauen“ nichts zu tun: In veganer Terminologie ist es „wegschauen“, wenn ein Bauer Fleisch aus Hofschlachtung isst; es ist dagegen nicht „wegschauen“, wenn Veganer Getreide essen und die Augen davor verschließen, dass in der Lagerhaltung Mäuse getötet wurden.

Videos zum Thema:

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