Pflanzengalle

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Agalla Pflanzengalle
Gallapfel von Cynips quercusfolii auf Stieleichenblatt

Pflanzengallen, Gallen oder Cecidien (Zezidien) nennt man Auswüchse an Pflanzen, die von Schmarotzern hervorgerufen (induziert) werden. Es können Insekten, Milben oder Pilze sein.

Die in Medizin und Technik (zumindest historisch) interessanten Gallen sind vor allem kugelförmige Auswüchse auf den Blättern verschiedener Eichen, auch auf dem Sumach, induziert durch Gallwespen (Cynipidae). In diesen Gallen, auch als Galläpfel bezeichnet, wachsen die Larven dieser Wespen.

Da ich sie selber nie genutzt habe, weiß ich nicht, wie weit sie für den Hausgebrauch geeignet sind. So kann ich auf dieser Seite nur Theorie machen.

Gallen ohne bekannte Nutzung kommen auch von Gallmücken und Gallenläusen.

Einige Arten:

Aleppogallen (die meistgeschätzten): von der Gallwespe Cynips tinctoria auf der Eiche Quercus infectoria.

Gallen der Eichengallwespe Cynips quercusfolii (Synonym: Diplolepis quercusfolii) auf verschiedenen laubabwerfenden Eichen.

Rosengallen der Rosengallwespe (Diplolepis rosae), im Mittelalter unter Kopfkissen gelegt, weil man glaubte, dass das den Schlaf fördert, daher die Bezeichnung „Schlafäpfel“, aktuell keine bekannte Nutzung.

Gallen der Buchengallmücke (Mikiola fagi; Cecidomyiidae) auf der Buche, ohne bekannte Nutzung.

Gallen der Fichtengallenlaus (Adelges laricis; Adelgidae) auf der Fichte, ohne bekannte Nutzung.

Mikiola-fagi-300x225 Pflanzengalle
Buchenblätter mit Gallen der Buchengallmücke

Inhaltsstoffe:

Gerbstoffe, Gallsäure, Schleim, Zucker, Lignin.

Nutzungen:

Gallen von Gallwespen wurden zur Gewinnung von schwarzer und blauer Tinte verwendet.

Medizinisch sind sie v. a. adstringierend, innerlich bei Durchfall und Ruhr.

Außerdem sind sie antiseptisch, äußerlich auf Wunden, Verbrennungen, Geschwüren, Hämorrhoiden, Frostbeulen, Zahnfleisch-, Haut- und Mandelentzündungen.

Zubereitungen:

Pulver aus der Galle.

Tinktur mit Alkohol.

Salbe, z. B. aus Pulver mit Schweineschmalz.

Tee zum Gurgeln bei Mandelentzündung.

Extrahierte Gerbstoffe.

Diplolepis-quercusfolii Pflanzengalle
Galle von Cynips quercusfolii

Warnungen und Gegenanzeigen:

Da die Pflanzengallen extrem adstringierend sind, muss man sie bei innerer Anwendung auf kleine Mengen begrenzen, um Magenprobleme zu vermeiden.

Namen in anderen Sprachen:

(en.) gall, (port.) galha, (span.) agalla, (fr.) galle, (it.) galla, (ru.) галл

Rosengalle-von-Diplolepis-rosae-300x225 Pflanzengalle
Rosengalle der Rosengallwespe

 

Fichtengalle-von-Adelges-laricis-225x300 Pflanzengalle
Galle der Fichtengallenlaus auf einer Fichte

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