Hopfen (Humulus lupulus; Cannabaceae)

Hopfen ist eine zweihäusige Rankepflanze, heimisch in Feuchtwäldern Europas, Asiens und Nordamerikas.
Die weiblichen (botanisch korrekt: karpellaten) Blütenzapfen werden als Gewürz verwendet. Sie haben auch medizinische Anwendungen.
Hopfen hat große Tradition im Bier. Eine große Rolle bei der Bewerbung des Hopfens spielte die Katholische Kirche, die seine antaphrodisische Wirkung schätzte. In einigen europäischen Sprachen unterschied man terminologisch zwischen Bier ohne Hopfen und Bier mit Hopfen: englisch „ale“ / „beer“, französisch „gervoise“ / „bière“. Im Englischen ist die Unterscheidung heute nicht mehr so streng, im Französischen ist das erstere Wort nicht mehr in Gebrauch.
Wenn wir kein Bier bereiten (sei es, weil uns das zu aufwändig ist oder weil wir aus irgendeinem Grund kein Bier trinken), können wir Hopfen in anderen Zubereitungen verwenden.
Inhaltsstoffe:
Harz, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Östrogene.

Gesundheitswert:
Hopfen wirkt zumindest auf Männer beruhigend, man nutzt ihn bei Schlaflosigkeit und Unruhe. Nach manchen Informationen hat er für Frauen gegenteilige Wirkung.
Er ist appetitanregend und verdauungsfördernd.
Wegen der Östrogenen können Frauen ihn in der Menopause nutzen.
Er wirkt wundheilend und bakterizid und wird bei Geschwüren genutzt.
Bei Männern wirkt Hopfen antaphrodisisch, d. h., schwächt den Geschlechtstrieb.
Er hat eine gewisse Wirkung gegen Krebs.
Auch gegen Eingeweidewürmer wird er genutzt.
Zubereitungen:
Tee: eine Handvoll Zapfen auf einen Liter kochendes Wasser, auch äußerlich auf Geschwüren.
Mit Hopfen aromatisiertes und konserviertes Bier.
Zapfen in Kräuterkissen, um den Schlaf zu fördern (Aromatherapie, möglicherweise nur für Männer wirksam).
Warnungen und Gegenanzeigen:
Hopfen enthält Östrogene (weibliche Hormone), so kann er den weiblichen Zyklus durcheinanderbringen; bei Männern fördert er Brustansätze (bei regelmäßigen Biertrinkern).
Es wird empfohlen, dass Menschen mit Depressionen Hopfen meiden, da er den Zustand verschlimmern kann.
Beim Vieh kann Hopfen zu Vergiftungen führen.

Anbau:
Meist pflanzt man nur weibliche Pflanzen, da eine Bestäubung die Qualität der Zapfen verringern würde.
Man zieht diese Liane an langen Stangen oder Drähten.
Namen in anderen Sprachen:
(en.) hop, (pt., sp.) lúpulo, (fr.) houblon, (it.) luppolo, (ru.) хмель
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