Ökologie > Urbane Legenden zur Ökologie > Ablasshandel durch Bäumepflanzen

Viele Leute, die nie gelernt haben, in Systemen zu denken, glauben, nach dem Verbrauch fossiler Brennstoffe müsse man Bäume pflanzen, und so kompensiere man diese Sünde.
Es ist sehr bequem, zu glauben, man könne weiter konsumieren, wenn man es nur kompensiert.
Aber in Wahrheit funktioniert das nicht.
Wenn wir fossile Materialien verbrennen, fügen wir der Biosphäre Kohlenstoff in Form von CO2 und CO zu. Wenn wir Bäume pflanzen, entziehen diese der Atmosphäre vorübergehend Kohlenstoff. Aber er bleibt innerhalb des Kreislaufs der Biosphäre. Außer wenn die Bäume nachher in ein Moor fallen und zu fossilem Material werden.
Auch ist es nicht allenorts sinnvoll, einfach drauflos Bäume zu pflanzen. Es gibt auch wertvolle Ökosysteme, die verschwinden können, wenn wir sie durch Wald ersetzen. So sorgen sich mancherorts die Ökologen wegen der Ausweitung des Waldes. Jahrhunderteland zubereitete Agrarfläche geht verloren für Wald, und die Nahrungsmittel müssen immer mehr von fern hertransportiert werden. Das ist ja wohl keine Lösung, sondern ein Problem.
Dasselbe gilt übrigens auch für die Weidewirtschaft. Die Tiere treten CO2 in den Boden ein. Damit entfernen sie es aus der Atmosphäre, aber es bleibt in der Biosphäre, und wenn wir die Weidehaltung aufgeben, kehrt es nach und nach zurück in die Atmosphäre.
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