Bestäubung

Bestäubung

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Erdhummel auf dem Blütenkorb einer Sonnenblume

Damit eine Blüte Samen bilden kann, muss ein Pollenkorn auf die Narbe gelangen. Es gibt Pflanzen, die sich selbst bestäuben. Das ist in insulären Ökosystemen häufiger als in kontinentalen Andere Pflanzen haben Mechanismen, um die Selbstbestäubung zu verhindern und so eine Gendurchmischung zu fordern.

Bei Bestäubung denken Nicht-Ökologen in der Regel an Honigbienen. In Wirklichkeit sind die Honigbienen nicht so unverzichtbar, wie man oft denkt. Wildpflanzen brauchen keine domestizierten Bienen zur Bestäubung. Für Kulturpflanzen können sie dagegen sehr wichtig sein.

Viele Pflanzen müssen bestäubt werden, um Samen zu entwickeln. Jede Pflanzenart hat ihre spezifische Art, bestäubt zu werden.

Einige werden vom Wind bestäubt, das nennt man Anemophilie. Anemophilie ist am verbreitetsten bei Gräsern und Bäumen, die in ihrem Habitat in großer Zahl vorkommen. Anemophile Pflanzen können sich Mechanismen zum Anziehen und Belohnen der Tiere sparen, sie brauchen weder farbige Blütenblätter noch Nektar, zum Preis, dass ein viel geringerer Prozentsatz des Pollens auf eine Narbe derselben Art gelangt. Die Anemophilie ist effektiv bei Pflanzen, die in großen Beständen derselben Art wachsen.

Andere werden von Tieren bestäubt, das heißt Zoophilie. Zoophile Pflanzen haben gewöhnlich farbige Blüten, damit die Bestäuber sie leicht finden. Die Blüten sind sozusagen die Organe des Austausches mit der Tierwelt. Bestäubung im Fall von Zoophilie ist in der Regel zum Nutzen sowohl der Pflanze als auch des Tieres. Gewöhnlich erhält das Tier von der Pflanze Nahrung, oft Nektar, manchmal nur einen Teil des Pollens (den erwachsene Insekten nicht fressen, wohl aber ihre Brut).

Je nach Bestäuber kann man weiter unterscheiden: Entomophilie ist Bestäubung durch Insekten (Bienen, Fliegen, Käfer …), das ist der Fall bei vielen Pflanzen, zum Beispiel die Apiaceae (Doldengewächse) werden in der Regel von Fliegen oder Käfern bestäubt.

Falls die bestäubenden Insekten Bienen sind, spricht man auch von Melittophilie. Viele Wildbienen sind hochspezialisiert auf einzelne Pflanzenarten. Die sozialen Bienen sind Generalisten und können somit auch eingeführte Pflanzen bestäuben. Die Arbeiterinnen der sozialen Bienen und die Weibchen der Solitärbienen, wenn sie Brut haben, sammeln Pollen zur Ernährung der Brut, deshalb besuchen sie Pflanzen, die keinen Nektar haben, wie etwa Mohn und Oleander, die Männchen tun das nicht, dennoch transportieren sie Pollen von Pflanzen, die sie wegen des Nektars besuchen. Wenn es Ameisen sind, die bestäuben, heißt das Myrmekophilie, wie im Fall des Zistrosenwürgers.

Kiefer mit vom Wind verbreitetem Pollen

Ornithophilie ist Bestäubung durch Vögel, im Mittelmeergebiet nach bisherigem Kenntnisstand nur der Stinkstrauch und als eingeführte Pflanze Aloe arborescens.

Saurophilie ist Bestäubung durch Echsen.

Manche Pflanzen bestäuben sich selber, Beispiele sind die Kulturpflanzen Weizen, Gerste und Hafer.

Manchmal findet man noch die älteren Namen auf -gamie statt -philie, wie Anemogamie, Ornithogamie.