Milchschafe

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Milchschafe im Melkstand auf der Weide

Als Milchschafe bezeichnet man Hausschafe, die zur Milchgewinnung genutzt werden. Es gibt dafür besondere Milchrassen. Aus Schafsmilch bereitet man v. a. Käse.

Obwohl die Milchschafhaltung in Deutschland keine große Rolle spielt, stammt eine wichtige Milchrasse aus Deutschland: das Ostfriesische Milchschaf. Es stammt, wie der Name schon verrät, aus Ostfriesland und ist eine der bedeutendsten Milchschafrassen, auch außerhalb Deutschlands, etwa in der Schweiz.

Das Latxa- oder Lacha-Schaf (gesprochen wie Latscha, bask.: latxa, ardi latx, span.: lacha, oveja lacha) ist eine Milchschafrasse des Baskenlands. Es gibt zwei Unterrassen mit schwarzem und blondem Gesicht, unter Einbeziehung des Carranzana-Schafes drei. Die Milch wird hauptsächlich für den Rohmilchkäse Idiazábal genutzt, dessen Ursprungsschutz vorschreibt, dass die Milch nur von Latxa- und Carranzana-Schafen stammen darf. Auch in Asturien werden Latxa-Schafe gehalten, etwa für den Käse Gamonedo. Außerdem werden sie zur Landschaftspflege eingesetzt, so reinigen sie Berge und helfen so bei der Verhütung von Waldbränden. Die Wolle ist grob und wird nicht nennenswert genutzt.

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Lacaune-Milchschafe

Das Lacaune-Schaf (französ.: Lacaune) ist eine französische Rasse aus dem südwestlichen Zentralmassiv. Es war ursprünglich eine Zweinutzungsrasse, wurde aber in zwei Unterrassen weiter gezüchtet. So gibt es heute Lacaune-Milchschafe (französ.: Lacaune lait) und Lacaune-Fleischschafe (französ.: Lacaune viande). Der gesamte RoquefortKäse wird gemäß Ursprungsschutz der Bezeichnung ausschließlich aus der Milch von Lacaune-Schafen bereitet.

Das Sardische Schaf (sard. u. italien.: sarda) ist die heimische Rasse der Insel Sardinien. Es ist primär eine Milchrasse und liefert Milch zur Bereitung des sardischen Schafskäses. Die Schäferei spielt auf Sardinien eine große wirtschaftliche und landschaftsprägende Rolle. Die Rasse ist inzwischen auch auf der Appenninenhalbinsel anzutreffen.

Das Merinoschaf ist zwar v. a. wegen seiner Wolle bekannt, wird aber heute auch als Milchschaf genutzt. So sind die berühmten Schafskäse aus Extremadura wie die Torta del Casar (mit pflanzlichem Lab) aus der Milch des Merinoschafes.

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Hier habe ich Wolle von unseren Milchschafen als Mulch zwischen die Kohlrabis gelegt

Andere Rassen, die zwar keine ausgeprägten Milchrassen sind, die aber gelegentlich gemolken werden, sind das Ibizenkische Schaf und das Rote Mallorquinische Schaf. Das Mallorquinische Schaf und das Menorquinische Schafe waren ursprünglich Dreinutzungsrassen, die aber in Anpassung an die Nachfrage heute hauptsächlich Fleischrassen sind. Auch das Islandschaf wurde früher gemolken, wurde aber als Milchtier von der Kuh verdrängt und ist heute eine Fleischrasse.

Wenn die Wolle der Milchschafe zu grob zum Verspinnen ist, kann man sie immer noch z. B. zum Mulchen verwerten.

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Latxa-Schafe im Stall, vorne ein Bock
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Üblicher Anblick auf Sardinien: Sardische Schafe ziehen durch die Gegend
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Sardischer Schafskäse
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Ostfriesische Milchschafe in den Alpen
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Roquefort, ein Käse aus Milch von Lacaune-Milchschafen

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