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Bärlauch (fachliche Schreibung meist: Bär-Lauch, Bären-Lauch; Allium ursinum; Alliaceae)

Der Bärlauch ist ein mehrjähriges Kraut in großen Teilen Europas und Nordasien, häufig in Wäldern, wo er im Frühjahr blüht und der meistgeschätzte wilde Lauch ist.
Die Blätter können wir pflücken, wobei wir uns immer vergewissern müssen, dass wir es wirklich mit Bärlauch zu tun haben, nicht zum Beispiel mit dem Maiglöckchen. Der Bärlauch hat Blätter, die (anders als beim Maiglöckchen) einzeln gestielt aus der Erde kommen, die oben glatt und unten matt sind. Unverkennbar sind sie durch den Geruch.
Am besten sammeln wir sie vor der Blüte, weil sie dann am aromatischsten sind. Wir können sie in Salate geben wegen ihres angenehmen Geschmackes nach Knoblauch. Um sie zu konservieren, kann man ein Bärlauch-Pesto machen.
Auch die Zwiebeln, die Blüten und die Früchte sind essbar.
Der Name „Bärlauch“, der sich schon entsprechend im Lateinischen fand, ist etymologisch nicht sicher geklärt. Nach einer Hypothese trägt er den Namen, weil er im Wald wächst, der Heimat der Bären. Es soll auch eine Mythe gegeben haben, nach der die Bären nach dem Winterschlaf von dieser Pflanze fraßen, um Toxine loszuwerden.
Wer nicht nur wild sammeln will, kann Bärlauch an einer schattigen Stelle im Garten anpflanzen. Dazu gräbst du ein paar Bärlauchzwiebeln aus und setzt sie ein.
Inhaltsstoffe:
Methiin, Alliin, Isoalliin, ätherisches Öl, Flavonoide, Vitamin C.
Gesundheitswert:
Wie der Knoblauch und wie andere wilde Lauch-Arten gilt der Bärlauch als blutreinigend den Körper entgiftend.
Er ist oxidationshemmend.
Er hat bakterizide und daher entzündungswidrige Wirkung.
Er erweitert die Blutgefäße, senkt den Blutdruck und verbessert die Durchblutung der Gewebe.

Er unterstützt die Verdauung und wirkt gegen Durchfall.
Er hilft gegen Rheuma.
Er beugt der Arteriosklerose vor.
Das Essen von rohem Bärlauch vertreibt Stechmücken.
Äußerlich kann man ihn gegen Veränderungen der Haut anwenden.
In Gärten und auf der Haut vertreibt er manche Insekten.
Zubereitungen:
Frische Blätter und Blüten, auch die Knollen in Salat.

Blätter (und Blüten) in Pesto.
Bärlauchbutter: Butter eine Weile bei Zimmertemperatur erweichen lassen, dann mit kleingeschnittenen Bärlauchblättern vermischen, nach Geschmack Salz zufügen.
Käse mit Blättern.
Frisch gepresster Saft der Blätter zum inneren und äußeren Gebrauch.
Absud der Blätter: eine halbe Tasse Blätter in einem halben Liter Wasser, 15 Minuten sieden lassen.
Frische Blätter zum Einreiben der Haut.
Früchte oder Samen als Gewürz, ähnlich wie Pfeffer zu verwerten.
Gegenanzeigen und Warnungen:
Wer die Blätter des Bärlauchs sammelt, muss sie sicher von den sehr giftigen des Maiglöckchens und anderen giftigen Pflanzen wie der Herbstzeitlose zu unterscheiden wissen. Das ist leicht wegen des Knoblauchgeruchs, außerdem sind die Blätter des Bärlauchs in grundständigen Rosetten, während diejenigen des Maiglöckchens paarweise stehen.
Menschen mit Problemen mit niedrigem Blutdruck sollten den internen Gebrauch von Bärlauch mäßigen.
Man sollte berücksichtigen, dass man nach dem Genuss jeglichen wilden Lauchs nach der Pflanze riecht.
Als Futterpflanze ist Bärlauch nicht zu empfehlen, er verändert den Geschmack des Fleisches und die Farbe der Milch.
Für viele Tiere sind alle Lauchgewächse giftig.

Namen in anderen Sprachen:
(en.) ramsons, bear’s garlic, (pt.) alho-dos-ursos, (span.) ajo de oso, (fr.) ail des ours, ail sauvage, (surselv.) agl d’uors, (it.) aglio orsino, (ru.) черемша, (lat.) ALIVM VRSINVM
Externer Link:
Botanik und Pharmakologie des Bärlauchs (englisch)





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