Löwenzahn

Lebewesen > Pflanzen > Löwenzahn

Taraxacum-officinale1-1 Löwenzahn
Blühender Löwenzahn, wie man ihn kennt

Löwenzahn (Kuhblume; Taraxacum officinale; Cichoriaceae)

Der Löwenzahn ist ein mehrjähriges Kraut, hat gelbe Körbchen mit Involukrum, dessen äußere Blätter nach unten geknickt sind. Er ist auf stickstoffreichen Wiesen häufig, ursprünglich aus Europa, heute über die gesamte Erde verbreitet.

Die Blätter können wir essen, etwa in Salaten. Auch die Stängel sind essbar, aber sehr bitter. Früher hielt man die Stängel wegen ihres weißen Milchsaftes für giftig, doch das sind sie nicht.

Wir können aus der gesamten Pflanze oder zumindest deren oberirdischen Teilen einschließlich der Blüten Tees machen.

Die Wurzel können wir zerkleinern und rösten, danach können wir ein kaffeeartiges Getränk machen, das selbstverständlich nicht dieselben Wirkungen hat wie Kaffee.

Die Wurzel wird auch genutzt, um Fasern zu färben.

Es gibt noch eine andere Gattung, die im Deutschen als Löwenzahn bezeichnet wird, regional aber zur Unterscheidung Leuenzahn heißt: Leontodon. Dazu gehören mehrere Arten wie der Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis). Man kann diese Pflanzen z. B. für Tee nutzen, sie haben aber keine nennenswerte Tradition.

Inhaltsstoffe:

Inulin, Schleime, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Alkaloid Taraxacin, Beta-Carotin (Provitamin A), Eisen, Kalium.

3% Proteine, 0,6% Fette, 6% Kohlenhydrate, 3% Ballaststoffe.

Im Frühling haben die Wurzeln am meisten Bitterstoffe, im Hochsommer haben sie reichlich Inulin.

Er ist eine der Pflanzen mit dem höchsten Eisengehalt.

Taraxacum-officinale2-1 Löwenzahn
Fettwiese mit viel Löwenzahn

Gesundheitswert:

Der Löwenzahn fördert dank seinen Bitterstoffen die Fettverdauung, so hilft er bei verdorbenem Magen nach zu üppigem Fettgenuss.

Außerdem ist er harntreibend und daher gegen Rheuma brauchbar.

Er ist bitter, galletreibend, appetitfördernd und regt die Leber an.

Er wirkt gegen Verstopfung und ist (wegen des Inulines) präbiotisch. Er regt die Milchproduktion stillender Mütter an.

Er verbessert die Sicht.

Man nutzt ihn gegen Eisenmangel.

In der letzten Zeit schreiben einige dem Löwenzahn ein Potenzial gegen Krebs zu, zumindest kann man ihn ohne großes Risiko ausprobieren.

Der Löwenzahn soll das Blut reinigen und daher bei Akne und Schuppenflechte wirksam sein, was aber wohl eher in den Bereich der Esoterik gehört.

Kinder haben oft ihren Spaß daran, die Früchte mit den „Schirmchen“ (Pappi) fortzublasen; daher nennt man den fruchtenden Löwenzahn auch Pusteblume.

Zubereitungen:

Bei verdorbenem Magen kann man auf die Wiese gehen und die Blätter essen.

Tee aus den Blättern, am besten frisch (auch mit Blüten und Stiel).

Aufguss aus zerkleinerten Wurzelstücken („Löwenzahnkaffee“).

Frische Blätter als Salat.

Löwenzahnhonig.

Löwenzahnblütensirup (umgangssprachlich oft als „Honig“ bezeichnet).

Taraxacum-officinale-1 Löwenzahn
Und wenn das Köpfchen verblüht ist, entsteht die Pusteblume

Gegenanzeigen und Warnungen:

Wer gegen Korbblütler allergisch ist, darf den Löwenzahn nicht nutzen.

Löwenzahn kann Nebenwirkungen wie Magenschmerzen und Durchfall haben.

Bei Nierenverstopfung ist diese Pflanze nicht zu empfehlen.

Bei Diabetes kann der Löwenzahn mit Medikamenten wechselwirken, so sollte man vor der Anwendung mit dem Arzt sprechen.

Der Milchsaft aus dem Stiel kann auf der Kleidung braune Flecken hinterlassen; manchmal wird gesagt, er sei giftig; das ist ein Gerücht, das sicher darauf zurückgeht, dass der weiße Milchsaft manch anderer Pflanze giftig ist; derjenige des Löwenzahns ist es nicht, er ist nur bitter.

Diente-de-le%C3%B3n-1 Löwenzahn
Blätter und Köpfchen

Namen in anderen Sprachen:

(in.) dandelion, (pt.) dente-de-leão, (span.) diente de león, (fr.) pissenlit, (surselv.) flur-piertg, (it.) tarassaco, (ru.) одуванчик

Leontodon-autumnalis-300x225 Löwenzahn
Herbst-Löwenzahn

 

Tee-vom-Herbst-Loewenzahn-300x225 Löwenzahn
Tee aus Herbst-Löwenzahn

Share this content: