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Kakaobaum (Kakao; Theobroma cacao; Sterculiaceae; heute in die Familie Malvaceae integriert)

Der Kakaobaum ist ein immergrüner Baum mit großen Früchten, die (wie die Blüten) direkt aus dem Stamm kommen (Kauliflorie), ursprünglich aus dem tropischen Amerika, heute in anderen tropischen Gebieten angepflanzt, Hauptproduzenten sind Ghana, die Elfenbeinküste und Brasilien.
Genutzt werden hauptsächlich die Samen – genannt Kakaobohnen – als Genussmittel, heute meist gesüßt. Die Samen und das aus ihnen bereitete Pulver sind der Kakao, den wir kennen. Wenn wir nicht in den Tropen wohnen, müssen wir uns mit den erhältlichen Produkten begnügen, statt sie selber anzubauen.
In geringerem Umfang wird das Fruchtfleisch verwendet, meist eher als Nebenprodukt, im Handel habe ich es noch nie gefunden.
Ethnobotanik:
Für die Azteken war der Kakao die Nahrung der Götter, darauf spielt der botanische Name an: Theobroma heißt „Speise Gottes oder der Götter“. Der Gott Quetzalcoatl hatte den Baum auf die Erde gebracht. Im vorkolumbischen Amerika wurde Kakao nicht gesüßt gegessen. Es gab ein Getränk namens xocoatl mit Gewürzen wie Chili, Barbasco und Vanille. Man aß dies auch mit Maismehl. Es wurde natürlich nicht mit Milch genutzt, da es ja keine Tiere gab, die auf Milch gezüchtet waren. Aus dem Fruchtfleisch wurde ein alkoholisches Getränk bereitet. Außerdem hatte Kakao die Funktion eines Zahlungsmittels.

Inhaltsstoffe:
Fette, Proteine, Flavonoide, Polyphenole, Alkaloide Theobromin und (in kleiner Menge) Kaffein, Kalium, Magnesium.
Gesundheitswert:
Wegen seines hohen Fettgehaltes ist Kakao nahrhaft.
Kakao hat eine leicht anregende Wirkung, viel weniger als Kaffee, man nutzt ihn aber gegen Müdigkeit.
Er fördert die Ausschüttung des Glückhormons Serotonin und wirkt damit euphorisierend, manchmal nutzt man ihn gegen Depressionen.
Er wirkt harntreibend und wird gegen Nierenentzündungen genutzt.
Die Kakaobutter wird äußerlich auf Rissen und Reizungen der Haut verwendet.

Zubereitungen:
Getränke mit Pulver der Samen, stark entölt, meist mit Milch und Zucker getrunken.
Kakaopulver in Speisen, z. B. im Müesli, in Kuchen und Plätzchen.
Kakaobutter: das Fett aus der Kakaobohne, frei von Alkaloiden.
Schokolade: Kakaopaste und Kakaobutter mit Zucker und anderen Stoffen zubereitet; im Fall der weißen Schokolade ohne Kakaopaste (und damit ohne Alkaloide, falls nicht anderweitig zugefügt).
Kakaoschalentee (aus den Schalen der Samen, mit mehr Koffein als die Samen).
Absud der Samen zu medizinischen Zwecken.
Salben mit Kakaobutter als Grundlage.
Da man zur Gewinnung der Samen das Fruchtfleisch gären lässt, wird das Gärprodukt manchmal als Wein getrunken.

Warnungen und Gegenanzeigen:
Da viele käufliche Kakaozubereitungen Zucker enthalten, ist dieser zu berücksichtigen.
Kakao ist etwas für Liebhaber; wer ihn nicht mag, sollte ihn nicht nehmen.
Viele Schokoladen enthalten zweifelhafte Zutaten, von denen jeder Mensch selber entscheiden muss, ob sie sich mit seinem Gewissen vereinbaren lassen, wie Sojalecithin (meist aus genmanipulierter Soja) und Palmöl.
In großer Menge kann Kakao zu Schlaflosigkeit und Herzrasen führen; in normalen Dosen besteht diese Gefahr nicht.
Bei Hunden führt Kakao zu Krämpfen.
Namen in anderen Sprachen:
(en.) cacao tree, cocoa tree, (pt.) cacaueiro, (sp.) cacao, cacaotero, árbol de cacao, (fr.) cacaoyer, cacaotier, (it.) cacao, (ru.) какао, шоколадное дерево, (nahuatl) cacahuatl
Pulver: (en.) cocoa, (pt.) cacau, (sp., fr., it.) cacao (ru.) какао
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