Wiederkäuer

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Wiederkäuer (Ruminantia)

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Kühe wie diese Eringer ruhen einen großen Teil des Tages und sind oft mit Wiederkäuen beschäftigt

Die Wiederkäuer sind eine Unterordnung der Paarhufer. Sie zeichnen sich durch das Vorhandensein von vier Mägen aus: Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen.

Wiederkäuer kauen ihre Nahrung zuerst nur grob und schlucken sie. Vorverdaut kommt sie zurück in den Mund, wird wiedergekäut und nochmals geschluckt und verdaut.

Die Wiederkäuer können Zellulose verdauen dank der Hilfe von Mikroorganismen im Pansen, Bakterien und Archaeen. Diese Letzteren führen zum Ausstoß von Methan. Die Wiederkäuer haben eine 30 Millionen Jahre lange Koevolution mit den Gräsern hinter sich.

Auch die Kamele käuen wieder, haben aber nur drei Mägen und werden in eine eigene Unterordnung gestellt. Die Hasentiere (einschließlich der Kaninchen) haben einen ähnlichen Mechanismus, aber ohne Rückwärtsgang: Sie scheiden halbverdaute Nahrung als Kot aus und fressen sie erneut.

Die Milch der Wiederkäuer ist interessant, weil sie einen recht hohen Kaseingehalt hat und dadurch zur Käseproduktion geeignet ist. Andererseits enthält die Milch der Wiederkäuer Laktoglobulin, das in der Milch der anderen Säugetiere fehlt und das bei manchen Menschen als Allergen wirkt, beim Fressen von frischem Gras aber antiallergen wirkt.

Wiederkäuer werden ganz ohne Immunsystem geboren und müssen erst über das Kolostrum Substanzen aufnehmen, die das Immunsystem aufbauern.

Zu den Wiederkäuern gehören die Hornträger, die Hirsche und die Giraffen. Auf dem Weg über Wiederkäuer (ebenso über Kamele und Hasentiere) wird zellulosereiches Pflanzenmaterial für uns verfügbar.

Aus dem Labmagen jung geschlachteter Wiederkäuer gewinnt man Lab.

Namen in anderen Sprachen:

(en., fr.) ruminants, (pt.) ruminantes, (span.) rumiantes, (kat.) remugants, (it.) ruminanti, (ru.) жвачные

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