Kohl (Kraut, Kopfkohl; Brassica oleracea var. capitata; Brassicaceae)

Der Gemüsekohl und im speziellen der hier behandelte Kopfkohl ist ein zweijähriges Kraut, das aus dem wilden Kohl (Brassica oleracea) gezüchtet wurde, im westlichen Mittelmeergebiet und im europäischen Atlantikgebiet heimisch. Diese Varietät hat zwei Formen: den Weißkohl (Weißkraut; Brassica oleraceae var. capitata f. alba) und den Rotkohl (Blaukraut; Brassica oleracea var. capitata f. rubra). Aus derselben Art wurden auch die anderen Varietäten des Gemüsekohls gezüchtet: der Wirsing, der Rosenkohl, der Grünkohl, der Blumenkohl, der Brokkoli und der Kohlrabi.
Kohl kennen wir ja als Gemüse, viele von uns sicher auch aus Eigenanbau.
Zudem hat er medizinische Heilwirkungen, sowohl in innerer als auch in äußerer Anwendung.
Inhaltsstoffe:
Proteine, Fett, Schleime, Senfölglykoside, Vitamin C, mehrere B-Vitamine, Quercetin, Brom, Calcium, Magnesium, Phosphor.
1% Protein, 0,2% Fett, 4% Kohlenhydrate, 2,5% Ballaststoffe.
Rotkohl enthält außerdem Anthocyane.

Gesundheitswert:
Kohl ist harntreibend und dient gegen Flüssigkeitsretention.
Er ist entzündungswidrig und schützt die Magenschleimhaut, er wird bei Magenentzündungen eingesetzt.
Die Senfölglykoside werden im Körper zu Isothiocyanaten abgebaut, die einen gewissen Schutz gegen Brustkrebs bieten.
Kohl hilft gegen Vitamin-C-Mangel, in alten Zeiten machte man deshalb Sauerkraut.
Rotkohl fördert das Sehen.
Bei äußerlicher Anwendung ist er erweichend und wundheilend, er wird bei Pickeln, Akne, Ekzemen, Geschwüren und Verbrennungen eingesetzt.

Zubereitungen:
Geriebener Kohl in Salaten.
Gekochter Kohl (gerieben oder in Blättern) als Gemüse.
Abkochung eines Kohlblattes in einem Glas Milch.
Saft von frischem Kohl.
In äußerlicher Anwendung ein zerstoßenes Blatt gemischt mit ein wenig Olivenöl.
Gegenanzeigen und Warnungen:
Kohl neigt dazu, Blähungen zu erzeugen (auch bei Säuglingen auf dem Weg über die Muttermilch), deshalb ist es sinnvoll ihn mit einem Karminativum wie Kümmel zu kombinieren.
Bei manchen Personen kann er Darmreizungen hervorrufen, wenn er in großer Menge verzehrt wird.
Anbau:
Kohl ist ein Starkzehrer, er braucht gut gedüngten Boden; am besten mit Kompost, Mist ist nicht so ratsam wegen Geschmacksveränderung und der Gefahr der Kohlhernie. Während des Wachstums kann man mit Brennnesseljauche düngen.
Nie auf die Blätter gießen, sondern darunter.
Nach Kohl sollte man drei Jahre keine Kreuzblütler im Beet haben (allenfalls als Ausnahme Radieschen).
Gegen den Kohlweißling kann man ausgegeizte Tomatentriebe zwischen die Pflanzen legen, man kann eine Mischkultur mit Sellerie machen oder Kamille zwischen die Kohlpflanzen setzen, auch mit Knoblauchbrühe spritzen.

Namen in anderen Sprachen:
Kohl: (en.) cabbage, (pt.) couve, (span.) col, (fr.) chou, (it.) cavolo, (ru.) капуста
Kopfkohl: (en.) cabbage, (pt.) repolho, (span.) repollo, (fr.) chou cabus, (surselv.) baguos, (it.) cavolo cappuccio, (ru.) кочанная капуста
Weißkohl: (en.) green cabbage, (span.) col verde, (fr.) chou cabus blanc, белокочанная капуста
Rotkohl: (en.) purple cabbage, (span.) col lombarda, (fr.) chou cabus rouge, (ru.) краснокочанная капуста
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